Halle an der Saale bietet ambitionierten Fotografen eine wirkliche große Auswahl an Motiven. Doch wo sind die besten Stellen zum Fotografieren. Martin Schramme, der Autor, Fotograf, Programmierer und Administrator dieser Halle-Saale-Seiten schreibt an dieser Stelle, wo es sich lohnt, auf den Auslöser zu drücken. Ob Architektur, Geschichte, Natur oder Technik - auf vergleichsweise engem Raum bietet die Stadt an der Saale eine unglaublich Vielfalt. Wer die Suche nach Motiven nicht dem Zufall überlassen will, findet hier einige Tipps. Kenner und Freunde der Stadt kennen sicher noch mehr Plätze - einfach mitteilen an masche@hotmail.com



Für optimale Fotoergebnisse sollten Jahreszeit, Witterung, Lichtverhätnisse und örtliche Besonderheiten beachtet werden. Die besten Bilder entstehen bei wieder aufkommendem Sonnenschein nach einem Regen in den Stunden vor der Dämmerung. Nicht geeignet sind hochsommerliche Mittagsstunden. Gegenlichtfotos können sehr reizvoll sein, wenn sie aber nicht beabsichtigt sind, sollte das jeweilige Objekt der Begierde von hinten oder von der Seite fotografiert werden. Bei Bauwerken ist zu beachten, dass sie je nach Größe Schatten werfen, die dann stören können, wenn erhebliche Teile des Gebäudes bereits im Dunkeln liegen. Zum Aufhellen kleinerer Objekte und vor allem von Personen ist eigentlich immer ein externer Blitz zu empfehlen.
Architektur und Geschichte
Marktplatz mit Turm und Kirche (Marktplatz): Halles Marktkirche und der benachbarte Rote Turm bilden das Wahrzeichen der Stadt Halle (fünf Türme).
Sie sind das zentrale Fotomotiv, das von den Treppen des Ratshofes auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes zu Halle
sehr gut aufzunehmen ist. Das beste Licht herrscht hier in den Morgen- und Vormittagstunden. Am Nachmittag rückt die Sonne ins
Bild - gut für Gegenlichtaufnahmen, schlecht für normale Fotos. In die Kirche zu gehen, ist für Fotografen absolut
empfehlenswert. Wer gleich einen unbeschreiblich schönen Blick auf die ganze Stadt haben will, muss auf die Marktkirche
klettern. Die auf der Ostseite gelegenen, durch eine Brücke verbundenen Hausmannstürme sind für jeden zugänglich.
Einfach bei der Tourist-Information gegenüber im Marktschlösschen (orange-rotes Gebäude) nachfragen. Es werden
Führungen in die ehemaligen Gefilde der halleschen Türmer angeboten. Gutes Wetter sollte man natürlich mitbringen.
Von oben ist der Blick auf den Markt, den Roten Turm, das Marktschlösschen und die hallesche Altstadt einfach wunderbar.
Ein Blick nach Westen über das Kirchdach zu den Blauen Türmen ist was für Fotokünstler.
Für eine optimale Ausbeute empfiehlt es sich, alle Objektive mitzunehmen. Neben dem
Normalobjektiv gehört wenigstens ein 300er/400er Teleobjektiv ins Gepäck.
Absolut zu empfehlen ist auch ein Besuch des Dinea-Restaurants im Dachgeschoss der Galeria Kaufhof. Von der dortigen Veranda
ist der Blick auf Halles Marktplatz mit Rotem Turm, Marktkirche, Stadthaus, Rathaus und Händeldenkmal einfach wunderbar.
Dom (Domplatz): Der Dom ist eines der herausragenden Gebäude in Halle, optisch, architektonisch und historisch. Lyonel Feiniger hat das Gotteshaus gemalt und Kardinal Albrecht ließ das Bauwerk der Dominikaner zu der heute markanten Gestalt mit dem Rundbogengiebel überformen. Am besten ist der Dom vom Domplatz aus zu fotografieren.
Pauluskirche (Paulusviertel): Die in der Gründerzeit erbaute Pauluskirche auf dem Hasenberg mitten im Paulusviertel ist ein beliebtes Fotomotiv in Halle. Der von Bäumen umrahmte rotgeklinkerte Bau eignet sich gut für Farbspiele. Die imposante Lage des Objekts ist so richtig aber erst aus der Luft erkennbar. Ein Blick aus dem Flugzeug, besser noch aus dem Korb eines Heißluft-Ballons wären hier besonders empfehlenswert.
Landgericht (Hansering): Eines der attraktivsten historischen Gebäude der Stadt ist das Landgericht. Es ist reich mit Gold und Figuren verziert. Um es komplett aufzunehmen ist trotz der Höhe des Bauwerks kein Weitwinkelobjektiv notwendig. Auch unschöne fallende Linien (Gebäudeschrägen, die entstehen, wenn man ein Haus schräg von unten fotografiert) müssen nicht sein. Für Aufnahmen mit Normalobjektiv optimal ist der Blick von der Wilhelm-Küz-Straße, die sich deutlich über den Hansering erhebt.
Moritzburg (Friedemann-Bach-Platz): Die Moritzburg gehört zu den herausragenden Gebäuden in Halle. Schön ist die Eingangssituation mit den zwei Türmen und der Brücke. Vom Parkplatz auf dem Friedemann-Bach-Platz aus wäre diese Front ganz gut zu sehen, doch verdecken große Bäme die Sicht. Deswegen sollten ambitionierte Fotografen ein Weitwinkelobjektiv mitführen. Wunderbar ist auch der Innenhof. Ein absoluter Blickfang ist dabei das alte Talamt. Der Westflügel der Burg mit der modernen Dachkonstruktion ist sicher Geschmackssache. Einen atemberaubenden Blick auf die gesamte Burganlage bietet der Turm des gegenüberliegenden, gelbgeklinkerten Physikalischen Instituts. Dort oben sitzen Amateurfunker. Das Gebäude gehört der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Wer von dort oben fotografieren will, wird an der genannten Stelle nachfragen müssen. Doch es lohnt sich.
Neue Residenz (Domstr.): Ein nobles höfisches Anwesen ließ sich dereinst Kardinal Albrecht in Halle errichten - die so genannte Neue Residenz. Der heutige Eingangsbereich auf der Ostseite ist sehr eng bebaut, so dass von der Residenz wenig zu sehen ist. Den besten Eindruck von der Anlage bekommt man vom westlich hinter der Saale gelegenen Robert-Franz-Ring. Historisch interessierte finden an den hohen Residenzmauern über der Saale zahlreiche Anhaltspunkte für die frühere Gestalt des Bauwerks. Unter den ausgemauerten Bögen befindet sich auch die ehemalige Zufahrt über eine Zugbrücke.
Stadtgottesacker (Stadtzentrum, Gottesackerstr.): Sehr schöne historische Grabanlage im Stile eines Campo Santo. Aufwändig gestaltete Gräber, tolle Licht- und Schatteneffekte durch zahlreiche alte Laubbäume. Zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel.
Händel: Auf Halles Marktplatz steht eine detailreiche Bronzestatue des Komponisten. Sie lässt sich prima mit halleschen Wahrzeichen wie Marktkirche, Roter Turm, Stadthaus und Ratshof (Rathaus) kombinieren. Beliebt sind auch Gegenlichtaufnahmen. Etwas Altstadtflair ist auch am Händelhaus (Nikolaistraße) zu finden.
Burg Giebichenstein: Die Burg Giebichenstein ist ein absolutes Muss. Nicht umsonst hat Halles international renommierte Kunsthochschule dort ihr Domizil. Der erste Blickfang ist die Eingangssituation: Eine steinerne Brücke führt über den Burggraben hinter dem historische, gelb getünchte Gebäude stehen. Ganz im Hintergrund erhebt sich auf den Felsen der Turm der Burg Giebichenstein. Es lohnt sich, in den größen Innenhof zu gehen, denn dort mischen sich historische Kulissen mit Plastiken der Kunststudenten. Besonders interessant ist es vor der Werkstatt, auf die man stößt, wenn man von der Brücke immer geradeaus läuft.
Eselsbrunnen/Alter Markt: Wer von Halles Marktplatz aus Richtung Süden in die Schmeerstraße geht, trifft schon bald auf den Alten Markt mit dem Eselsbrunnen. Auf dem Weg dorthin ist linker Hand auch ein Hotel zu finden, in dem Martin Luther einst abstieg, was am Gebäude vermerkt ist.
Böllberger Mühle: Vom alten Glanz dieses ehemaligen Industriestandorts ist nicht viel übrig geblieben. Trotzdem ist die Böllberger Mühle einen fotografischen Abstecher wert. Besonders schön ist der imposante, weithin sichtbare Turm. Das Areal ist gesperrt. Nah heran kommt man über die Straßen Altböllberg und Hildebrandtweg. Die beste und zugleich romantischste Sicht auf das Ensemble hat man vom Forstmeisterweg auf der Rabeninsel. Auf die Insel gelangt man über die Brücke Höhe Diesterwegstraße im Böllberger Weg. Rechts halten und am Saale-Ufer entlanglaufen. Kurz vor der Schleuse geht der Blick quer über das Saalewehr zur Mühle. Achtung! Am besten in den Nachmittag- und Abendstunden fotografieren. Vormittags herrscht Gegenlicht, was einen dunklen Turm mit hässlichen Lichtsäumen macht.
Natur
Halle hat herrliche Natur zu bieten. Besonders schön sind das Saaletal und diverse Parkanlagen, aber auch die Dölauer Heide.
Klausberge: Einen guten Blick über das Saale-Tal mit der Burg Giebichenstein auf der einen Seite und den Stadtteil Halle-Kröllwitz mit seiner Kirche bieten die Klausberge.
Amtsgarten
Reichardts Garten
Saale-Tal (Riveufer, Ziegelwiese)
Peißnitz
Technik
Eisenbahnen: Von der neuen Berliner Brücke hat man einen hervorragenden Blick auf die Gleisanlagen des halleschen Hauptbahnhofs. Gut zu fotografieren ist der weitläufige, weitgehend zugewachsene Güterbahnhof.
Flugzeuge: Wer Flugzeuge - Passagier- und Frachtmaschinen - fotografieren will, fährt am besten zum unweit von Halle in Richtung Leipzig hinter der A9 gelegenen Flughafen Leipzig/Halle. Dort gibt es eine Besucherplattform, von der die Start- und Landebahnen gut zu sehen sind (kostet aber Eintritt). Clevere Spotter (so nennen sich die "Jäger" von Flugzeugfotos) nutzen das Parkhaus als Fotostand. Von der obersten Etage sind beide Start- und Landebahnen fast vollständig einsehbar. Dass man wegen der großen Distanzen für ordentliche Bilder ein gutes Teleobjektiv braucht, versteht sich von selbst.
Ereignisse
Laternenfest Ende August (mit Feuerwerk an der Giebichensteinbrücke)
Händel-Festspiele Anfang Juni (mit Feuerwerk zum Schlusskonzert am Galgenberg)
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