(-: Komm!
Artefakte - Welt von gestern in der Region Halle Saale
Fotos: Martin Schramme / Urheberschutz / keine Verwendung ohne Nachfrage!
Die unerlaubte Verwendung der Bilder dieser Seite kann strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen!
letzte Änderung am 21.08.2011

Nutzungshinweis: Alle Effekte sind nur abgesichert, wenn der aktuellste InternetExplorer benutzt wird. JAVASCRIPT muss eingeschaltet sein!

Die Region Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt war einst - neben dem Ruhrgebiet - die Industrieregion des Deutschen Reiches. Wegen der vergleichsweise langsamen Modernisierung der Anlagen und der niedrigen Reinvestitionsquote sowie der im internationalen Maßstab mittelmäßigen Arbeitsproduktivität in der DDR (1949-1990) blieben die Großbetriebe oft inklusive ihrer technischen Anlagen aus den 1920er und 1930er Jahren bis 1990 erhalten. Der massive Umbruch seit der Angliederung der DDR an die Bundesrepublik Deutschland hat aus verschiedenen Gründen die massenhafte Stilllegung dieser DDR-Wirtschaftsbetriebe bewirkt. So sind die Industriebrachen zahlreich. Wie Zeugnisse aus einer anderen Zeit stehen sie herum und verfallen und noch immer sind die Bestände beachtlich, wenn man bedenkt, dass viele Anlagen bereits abgerissen wurden (Stand: 03.2010). Neben vielen traurigen Beispielen gibt es hier und da aber auch Hoffnung und Vereine und Initiativen, die die Rettung alter Bauwerke vorantreiben. Doch es gibt noch viel zu tun, vor allem in Zeitz.

Artefakte-Legende: Allstedt, Angersdorf, Arendsee, Aschersleben, Bernburg, Bitterfeld, Dessau, Dresden, Eisleben, Erdeborn, Etzdorf, Gerbstedt, Halle, Harz Albrechtshaus | Elbingerode [NEU], Helbra, Hettstedt, Hohenthurm, Holleben, Johannashall, Klobikau, Klostermansfeld, Köchstedt, Köthen, Könnern, Krumpa, Leipzig, Magdeburg, Merseburg, Muldenstein, Oranienbaum, Ostrau [NEU], Pouch, Prora (Insel Rügen), Querfurt, Radebeul, Röblingen am See, Rothenburg an der Saale, Salzmünde, Sangerhausen, Schafstädt, Schraplau, Schierke [NEU], Schkeuditz, Schönebeck, Teutschenthal, Wansleben am See, Weißenfels, Wüsteneutzsch, Zeitz

Teutschenthal (Saalekreis)

LPG (P) "Lenin" Teutschenthal (Feldstraße 5) - Sparkassen-Skandal (!)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Dieses unscheinbare, leerstehende ehemalige Gebäude der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) "Lenin" in Teutschenthal (Saalekreis / Sachsen-Anhalt) war kurz nach der politischen Wende in der DDR Teil des Areals Feldstraße 5, auf dem der größte Bankenskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte eingefädelt wurde. Betroffene Bank war die Stadt- und Saalkreisparkasse Halle. Sie ging windigen Geschäftsleuten auf dem Leim, die unter anderem in München und Frankfurt/Main mit Schmuck und Autos gehandelt hatten und sich nun Millionenkredite beschafften unter anderem für das angebliche Vorhaben, das LPG-Gelände in einen blühenden Gewerbepark zuverwandeln. Am Ende ging es um 70 Kredite und 700 Millionen Mark, von denen schließlich 434 Millionen Mark als Verlust verbucht werden mussten. Das Geld sollte nicht nur nach Teutschenthal, sondern unter anderem auch nach Leipzig fließen. Auch in Teutschenthal endete die Geschichte ernüchternd: Die windigen Geschäftsleute verschwanden und mit ihnen das Geld. Zurük blieben verlassene LPG-Gebäude, die zuletzt von der DDR 1989 modernisiert worden waren mit Technik der NAGEMA (Nahrungs Genussmittel Maschinenbau).
Quelle: Die Zeit - Kredit ohne Wiederkehr)

Russenkaserne (zwischen Köchstedt und Teutschenthal Bahnhof)

Foto: Martin Schramme Kasernengebäude aus Betonfertigteilen mit Funkmasten
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme ehemalige Tankstelle

Foto: Martin Schramme Modell 220-508 IYA-112A GOST 5513-75 steht auf dem Reifen sowie ein großes "D"
und Made in USSR. Der Reifen wurde also in der Sowjetunion hergestellt. Das D
steht für Dnepropetrowsk (Ukraine). Der Reifen würde an einen Lkw des Herstellers
GAZ (Nischni Nowgorod) oder SAZ passen. GOST 5513-75 definiert den "Staatlichen
Standard" des Reifens. In diesem Fall ist der Reifen für Temperaturen bis minus
45 Grad ausgelegt.
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Google Maps-Luftbild vom ehemaligen Kasernengelände
Foto: privat zwei Sowjetsoldaten stehen auf der östlichen Kalihalde von Teutschenthal
Bahnhof. Im Hintergrund ist die "Russenkaserne" sehr gut zu erkennen.

2010 wurde für Teile des Geländes der Bau eines Solarkraftwerks angekündigt. Ende der 90er Jahre hatte an gleicher Stelle ein Motorsport-Park mit Hotel, Go-Card-Bahn und Jeep-Savari-Strecke entstehen sollen. Reste bescheidener Anfänge in dieser Richtung waren selbst im Sommer 2010 noch zu finden.

Wasserturm in der Siedlung Teutschenthal-Bahnhof

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Wasserturm an der Bahnstrecke

Foto: Martin Schramme

Dieser Wasserturm mit Barkhausen-Behälter (eine Sonderform des Hängebodenbehälters, die von 1870 bis 1910 bei Bahn- und Industriewassertürmen eingesetzt wurde) steht an der Bahnstrecke Halle-Kassel Höhe GTS Grube Teutschenthal in Teutschenthal Bahnhof.
Wassertürme in Sachsen-Anhalt

www.händelstadt-halle.de : © 2003-2012 by M.R.Schramme