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Die Region Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt war einst - neben dem Ruhrgebiet - die Industrieregion des Deutschen Reiches. Wegen der vergleichsweise langsamen Modernisierung der Anlagen und der niedrigen Reinvestitionsquote sowie der im internationalen Maßstab mittelmäßigen Arbeitsproduktivität in der DDR (1949-1990) blieben die Großbetriebe oft inklusive ihrer technischen Anlagen aus den 1920er und 1930er Jahren bis 1990 erhalten. Der massive Umbruch seit der Angliederung der DDR an die Bundesrepublik Deutschland hat aus verschiedenen Gründen die massenhafte Stilllegung dieser DDR-Wirtschaftsbetriebe bewirkt. So sind die Industriebrachen zahlreich. Wie Zeugnisse aus einer anderen Zeit stehen sie herum und verfallen und noch immer sind die Bestände beachtlich, wenn man bedenkt, dass viele Anlagen bereits abgerissen wurden (Stand: 2010/2011). Neben vielen traurigen Beispielen gibt es hier und da aber auch Hoffnung und Vereine und Initiativen, die die Rettung alter Bauwerke vorantreiben. Doch es gibt noch viel zu tun, vor allem in Zeitz.
Artefakte-Legende: Allstedt, Angersdorf, Arendsee, Aschersleben, Bernburg, Bitterfeld, Dessau, Dresden, Eisleben, Erdeborn, Etzdorf, Gerbstedt, Halle, Harz Albrechtshaus | Elbingerode [NEU], Helbra, Hettstedt, Hohenthurm, Holleben, Johannashall, Klobikau, Klostermansfeld, Köchstedt, Köthen, Könnern, Krumpa, Leipzig, Magdeburg, Merseburg, Muldenstein, Oranienbaum, Ostrau [NEU], Pouch, Prora (Insel Rügen), Querfurt, Radebeul, Röblingen am See, Rothenburg an der Saale, Salzmünde, Sangerhausen, Schafstädt, Schraplau, Schierke [NEU], Schkeuditz, Schönebeck, Teutschenthal, Wansleben am See, Weißenfels, Wüsteneutzsch, Zeitz
Schierke am Brocken (Harz)
FDGB-Erholungsheim "Hermann Duncker" am Barenberg
Stand August 2011: Der Schriftzug "FDGB-Erholungsheim Hermann Duncker" war noch sehr gut in Schuss, wie die
Hülle des Gebäudes. Wie ein im Internet gefundenes Amateurvideo vom Herbst 2010 zeigte, war das Gebäude innen schon stark zerstört,
verwüstet und geplündert.
Vor der gewerkschaftlichen Nutzung handelte es sich bei dem Objekt um das Kurhotel Barenberger Hof.
2002 war offenbar noch die Sanierung des ehemaligen Grand Hotels anno 1912 für Sommerfrischler aus Berlin zu einem
Luxus-Boutiquehotel geplant. 15 Suiten und 55 Superior Komfortzimmer sowie ein Wellnessbereich mit Bade- und Saunalandschaft waren
seitens der Unternehmensgruppe Krebs Berlin (UGK) vorgesehen. In neuer Anbau sollte weitere 48 Zimmer haben.
Für die Investorensuche nahm das Ingenieurbüro Braasch & Jäschke computertechnik das Objekt Maß und
fertigte eine 3D-Computeranimation (siehe hier).
Besitzerin ist offenbar die Barenberger Hof Schierke Hotel GmbH Berlin.
VEB Hotel "Heinrich Heine" (alte Dorfstraße), ehemals Hotel "Fürst zu Stolberg"
Das Hotel "Heinrich Heine", bis 1945 Luxushotel "Fürst zu Stolberg", war seit jeher eine erste Adresse. Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode (1837–1896) war unter Bismarck deutscher Vizekanzler. In der DDR wurde es vom VEB Reisebüro der DDR betrieben. Im Haus befand sich das Nachtlokal ":Dachsbau". 1950 übernahm das Hotel auch die Bewirtschaftung des Hotels auf dem Brocken (bis zur Sperrung im August 1961). Wegen der Nähe zur Staatsgrenze durften die Gäste des Hauses mit dem Pkw nur bis zum Haus oder zurück in Richtung Wernigerode fahren. Personalausweis und Passierschein mussten immer am Mann getragen werden. Nach der Wende 1989/90 übernahm die Travel Hotel GmbH den Betrieb. Das Haus kam herunter. 1995 war endgültig Schluss. 2007 wurde das Haus auf einer Auktion in Berlin versteigert. Der anonyme Bieter erwarb es laut der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung (Nr. 2007/1) für 43.000 Euro.
Stand vom August 2011: Am Objekt stand noch der größe Schriftzug "Hotel Heinrich Heine". Teile des
sehr großen Hauses waren eingestürzt. Im westlichen Abschnitt war noch die historische Schieferdeckung vorzufinden,
im Ostteil rote Dachziegel jüngeren Datums. Wie es trotz der vielen Jahre des Leerstandes und Verfalls noch 2008
in dem Hotel aussah, zeigen eindrucksvoll die Bilder von Klaus Lipinski aus Düsseldorf.
Interessant ist das sichtbare Nebeneinander der verschiedenen Zeiten, die das Haus durchlebte: Kaiserzeit,
russische Besetzung und DDR-Bieder-Bürgerlichkeit.
Am 15.06.1950 berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin aus der "Ostzone" unter dem Titel "Proleten in den Keller".
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