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Artefakte - Welt von gestern in der Region Halle Saale
Fotos: Martin Schramme / Urheberschutz / keine Verwendung ohne Nachfrage!
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letzte Änderung am 10.04.2011

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Die Region Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt war einst - neben dem Ruhrgebiet - die Industrieregion des Deutschen Reiches. Wegen der vergleichsweise langsamen Modernisierung der Anlagen und der niedrigen Reinvestitionsquote sowie der im internationalen Maßstab mittelmäßigen Arbeitsproduktivität in der DDR (1949-1990) blieben die Großbetriebe oft inklusive ihrer technischen Anlagen aus den 1920er und 1930er Jahren bis 1990 erhalten. Der massive Umbruch seit der Angliederung der DDR an die Bundesrepublik Deutschland hat aus verschiedenen Gründen die massenhafte Stilllegung dieser DDR-Wirtschaftsbetriebe bewirkt. So sind die Industriebrachen zahlreich. Wie Zeugnisse aus einer anderen Zeit stehen sie herum und verfallen und noch immer sind die Bestände beachtlich, wenn man bedenkt, dass viele Anlagen bereits abgerissen wurden (Stand: 03.2010). Neben vielen traurigen Beispielen gibt es hier und da aber auch Hoffnung und Vereine und Initiativen, die die Rettung alter Bauwerke vorantreiben. Doch es gibt noch viel zu tun, vor allem in Zeitz.

Artefakte-Legende: Allstedt, Angersdorf, Arendsee, Aschersleben, Bernburg, Bitterfeld, Dessau, Dresden, Eisleben, Erdeborn, Etzdorf, Gerbstedt, Halle, Harz Albrechtshaus | Elbingerode [NEU], Helbra, Hettstedt, Hohenthurm, Holleben, Johannashall, Klobikau, Klostermansfeld, Köchstedt, Köthen, Könnern, Krumpa, Leipzig, Magdeburg, Merseburg, Muldenstein, Oranienbaum, Ostrau [NEU], Pouch, Prora (Insel Rügen), Querfurt, Radebeul, Röblingen am See, Rothenburg an der Saale, Salzmünde, Sangerhausen, Schafstädt, Schraplau, Schierke [NEU], Schkeuditz, Schönebeck, Teutschenthal, Wansleben am See, Weißenfels, Wüsteneutzsch, Zeitz

Muldenstein

Bahnkraftwerk Muldenstein

Foto: Martin Schramme Maschinenfabrik Hartmann AG: 1976 ging die
Maschinenfabrik Hartmann (gegründet 1885) in Liquidation.
Foto: Martin Schramme Maschinenfabrik Hartmann AG: 1976 ging die Maschinenfabrik Hartmann
(gegründet 1885) in Liquidation.
Foto: Martin Schramme Quelle: Siemens Corporate
Foto: privat

Bahnkraftwerk Muldenstein, die Schornsteine wurden am Vormittag des 10. April 2011 gesprengt
Rückblick: Ausgangspunkt für den Bau des Bahnkraftwerks war der Beschluss der Königlich-Preußische-Staatseisenbahn, eine Hauptstrecke auf elektrischen Betrieb umzustellen. Für den Probebetrieb wurde die Strecke Dessau-Bitterfeld ausgesucht. Das Kraftwerk wurde allerdings an der Strecke Halle-Bitterfeld platziert, weil sich in der Nähe der Braunkohletagebaue und der Mulde befanden. Am 18. Januar 1910 war erster Spatenstich, auf den Tag genau ein Jahr später für die erste elektrische Eisenbahn. Am 1. April 1911 wurde die elektrifizierte Bahnstrecke für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Schließlich wurde beschlossen, auch die Strecken Magdeburg–Dessau, Bitterfeld–Leipzig und Leipzig–Halle/Saale zu elektrifizieren, was den Ausbau des Bahnkraftwerks in Muldenstein nach sich zog. Kriegsbedingt (Erster Weltkrieg 1914-1918) zog sich das Vorhaben bis 1923 hin. In den 1930er und 1940er Jahren wurde des Kraftwerk weiter ausgebaut, unter anderem um die Bahnstrecke Berlin-München zu versorgen. Am 1. April 1946 begann die Demontage des Kraftwerkes Muldenstein. Die Sowjetunion nahm die Anlage als Reparationsleistung für die Folgen des Zweiten Weltkrieges mit. 1952 kaufte die DDR die Anlage in wesentlichen Teilen zurück, nachdem die Russen dafür offenbar keine Verwendung gehabt hatten. Am 27. Juli 1955 wurde das Kraftwerk wieder in Betrieb genommen. Zuerst wurde die Strecke Halle-Köthen mit Strom versorgt. Nach der teilweisen Rekonstruktion der Anlagen von 1987 bis 1990 wurde der Betrieb im Herbst 1994 endgültig eingestellt. 2006 verkaufte die Bahn das Gelände. 2007 wurde mit dem Abriss begonnen.

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