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Artefakte - Welt von gestern in der Region Halle Saale
Fotos: Martin Schramme / Urheberschutz / keine Verwendung ohne Nachfrage!
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letzte Änderung am 03.10.2011

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Die Region Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt war einst - neben dem Ruhrgebiet - die Industrieregion des Deutschen Reiches. Wegen der vergleichsweise langsamen Modernisierung der Anlagen und der niedrigen Reinvestitionsquote sowie der im internationalen Maßstab mittelmäßigen Arbeitsproduktivität in der DDR (1949-1990) blieben die Großbetriebe oft inklusive ihrer technischen Anlagen aus den 1920er und 1930er Jahren bis 1990 erhalten. Der massive Umbruch seit der Angliederung der DDR an die Bundesrepublik Deutschland hat aus verschiedenen Gründen die massenhafte Stilllegung dieser DDR-Wirtschaftsbetriebe bewirkt. So sind die Industriebrachen zahlreich. Wie Zeugnisse aus einer anderen Zeit stehen sie herum und verfallen und noch immer sind die Bestände beachtlich, wenn man bedenkt, dass viele Anlagen bereits abgerissen wurden (Stand: 03.2010). Neben vielen traurigen Beispielen gibt es hier und da aber auch Hoffnung und Vereine und Initiativen, die die Rettung alter Bauwerke vorantreiben. Doch es gibt noch viel zu tun, vor allem in Zeitz.

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Krumpa (Saalekreis)

Kulturhaus "Ernst Thälmann"

stillgelegtes Tanklager bei Krumpa / Foto: Martin Schramme stillgelegtes Tanklager bei Krumpa / Foto: Martin Schramme stillgelegtes Tanklager bei Krumpa / Foto: Martin Schramme stillgelegtes Tanklager bei Krumpa / Foto: Martin Schramme stillgelegtes Tanklager bei Krumpa / Foto: Martin Schramme

Zur Unterhaltung der Werktätigen am Geiseltal wurde zu DDR-Zeiten (1949-1989) in Krumpa ein Freizeitareal errichtet mit Kulturhaus, Schwimmhalle, Plantschbecken unter freiem Himmel und Wiese. Das Kulturhaus bekam den Name des Arbeitsführers Ernst Thälmann.

Tanklager von Addinol (als Mineralölwerk Lützkendorf 1936 gegründet)

stillgelegtes Tanklager bei Krumpa / Foto: Martin Schramme stillgelegtes Tanklager bei Krumpa / Foto: Martin Schramme

Noch viele Jahre nach dem Ende der DDR 1990 und dem Aus für den Mineralölhersteller Addinol waren in Krumpa diese Tankanlagen zu finden.
1936 wurde an dem Standort das Mineralölwerk Lützkendorf gegründet. Es entwickelte sich zu einer der Kraft- und Schmierstoff-Raffinerien im Großdeutschen Reich. Errichtet wurde das Werk von der Wintershall AG. In den 1930er Jahren übernahm die Wintershall die Naphthaindustrie und Tankanlagen AG (NITAG) und firmierte sie vor 1938 in NITAG Deutsche Treibstoffe AG um.
Am 12. Mai 1944 wurde das Werk erstmals schwer bombardiert. Bis zum letzten schweren Bombenangriff am 8. April 1945 wurde das Werk noch mehrfach stark angegriffen. Am Kriegsende war das Werk zu 80 Prozent zerstört. Trotzdem lief die Produktion bereits am 12. Juli 1945 wieder an. 1955 deckte Krumpa rund 50 Prozent des Schmierstoffbedarfs der DDR ab. Von 1956 bis 1964 wurde eine neue Schmierölfabrik inklusive Industriekraftwerk errichtet. Zum Ende der DDR 1989/90 lag die Jahresproduktion an Mineralölprodukten bei 800.000 Tonnen.
1994 wurden dann zwei Schornsteine des Addinol-Werkes gesprengt. Im Jahr 2000 verlagerte die Addinol Lube Oil GmbH den Sitz des Unternehmens nach Leuna.

weitere Informationen zur Geschichte

Wintershall ist heute der größte deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent. Hauptsitz ist Kassel (Hessen).

Foto: Martin Schramme

Teile einer britischen Sechs-Tonnen-Bombe, die im Zweiten Weltkrieg am 6. April 1945 sieben Tage vor dem Einmarsch der US-Amerikaner auf das stark industrialisierte Krumpa abgeworfen wurde.

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