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Artefakte - Welt von gestern in der Region Halle Saale
Fotos: Martin Schramme / Urheberschutz / keine Verwendung ohne Nachfrage!
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letzte Änderung am 23.08.2011

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Die Region Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt war einst - neben dem Ruhrgebiet - die Industrieregion des Deutschen Reiches. Wegen der vergleichsweise langsamen Modernisierung der Anlagen und der niedrigen Reinvestitionsquote sowie der im internationalen Maßstab mittelmäßigen Arbeitsproduktivität in der DDR (1949-1990) blieben die Großbetriebe oft inklusive ihrer technischen Anlagen aus den 1920er und 1930er Jahren bis 1990 erhalten. Der massive Umbruch seit der Angliederung der DDR an die Bundesrepublik Deutschland hat aus verschiedenen Gründen die massenhafte Stilllegung dieser DDR-Wirtschaftsbetriebe bewirkt. So sind die Industriebrachen zahlreich. Wie Zeugnisse aus einer anderen Zeit stehen sie herum und verfallen und noch immer sind die Bestände beachtlich, wenn man bedenkt, dass viele Anlagen bereits abgerissen wurden (Stand: 03.2010). Neben vielen traurigen Beispielen gibt es hier und da aber auch Hoffnung und Vereine und Initiativen, die die Rettung alter Bauwerke vorantreiben. Doch es gibt noch viel zu tun, vor allem in Zeitz.

Ortsliste

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Bergbau im Mansfelder Land

Klobikau (Halde am Geiseltalsee)

Russen-Bunker aus den 1980er Jahren

Foto: Martin Schramme Totale der leerstehenden ehemaligen russischen Bunkeranlage bei Klobikau
(Saalekreis / Sachsen-Anhalt).
Foto: Martin Schramme zwei Betonröhren
Foto: Martin Schramme Riesige Stahltore verschließen den Eingang zur Haupthalle.
Foto: Martin Schramme russische Türprägung mit der Jahreszahl 1985
Foto: Martin Schramme Stahltreppen verbinden die beiden Etagen in den zwei Mannschaftsbunkern.
Foto: Martin Schramme Fahrzeughalle - gut zu erkennen sind die Rippen der Stahlbeton-Bogenelemente.
Plan, wie der Bunker im Innern aussieht.

Der Führungsbunker UK-27/4 bei Klobikau am Geiseltal wurde in den 1980er Jahren erbaut (Siehe Türprägung Bild 4). Zum Bunkerkomplex auf der Geiseltalhalde bei Klobikau gehören zwei Fahrzeughallen und zwei Wohnröhren in Halbschalen-Fertigelement-Bauweise (wovon die westliche offenbar nicht ganz fertiggestellt wurde) sowie einen Versorgungsbunker mit quadratischem Grundriss, drei Entläftungstürmen und einem mehrröhrigen Versorgungskanal ins Gelände. Die größere der Hallen ist 55 Schritt (also rund 32 Meter) lang. Die östliche Wohnröhre besteht aus 25 Segmente mit einer geschätzten Gesamtlänge von 37 Meter. Die Stahlbetonelemente sind mit Ösen für einen Kran versehen und hatten eine Deckung aus Metallgitter, Betonputz, Dachpappe und Teer. Die zwei Wohnröhren haben zwei, über Stahltreppen im Verbindungstrakt verbundene Etagen und sind miteinander und mit der benachbarten Fahrzeughalle verbunden. Die Wohnröhren tragen zwei bzw. drei Beläftungstürme, wobei zwei Belüftungstürme der östlichen Wohnröhre als Einstiege begehbar sind. Die Wohnröhren (eigentlich Halbschalen) sind in Längsrichtung durch drei Betonwände in fünf unterschiedliche Breite Teile geteilt. Durch weitere Trennwände sind zahlreiche unterschiedlich große Räume eingerichtet, die vielfach durch schwere Eisentüren verriegelt werden können. An der Decke der oberen Etage befanden sich schalldämpfende Verkleidungen aus Holz und Kunststoff. In den Böden sind große Belüftungsschächte eingelassen. Sowjetische Typenschilder an Stahltüren und Beleuchtungskörpern weisen auf deren Herkunft hin. Auf einem Beleuchtungskörper wurde das Jahr 1985 gefunden. Das Objekt wurde also offenbar in den 1980er Jahren gebaut. Das Objekt war als Gefechtsstand der Luftverteidigung Süd der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) geplant.
Etliche hervorragende Bilder samt 3D-Lageplan finden Sie hier.

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