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Artefakte - Welt von gestern in der Region Halle Saale
Fotos: Martin Schramme / Urheberschutz / keine Verwendung ohne Nachfrage!
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letzte Änderung am 22.04.2012

Die Region Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt war einst - neben dem Ruhrgebiet - die Industrieregion des Deutschen Reiches. Wegen der vergleichsweise langsamen Modernisierung der Anlagen und der niedrigen Reinvestitionsquote sowie der im internationalen Maßstab mittelmäßigen Arbeitsproduktivität in der DDR (1949-1990) blieben die Großbetriebe oft inklusive ihrer technischen Anlagen aus den 1920er und 1930er Jahren bis 1990 erhalten. Der massive Umbruch seit der Angliederung der DDR an die Bundesrepublik Deutschland hat aus verschiedenen Gründen die massenhafte Stilllegung dieser DDR-Wirtschaftsbetriebe bewirkt. So sind die Industriebrachen zahlreich. Wie Zeugnisse aus einer anderen Zeit stehen sie herum und verfallen und noch immer sind die Bestände beachtlich, wenn man bedenkt, dass viele Anlagen bereits abgerissen wurden (Stand: 03.2010). Neben vielen traurigen Beispielen gibt es hier und da aber auch Hoffnung und Vereine und Initiativen, die die Rettung alter Bauwerke vorantreiben. Doch es gibt noch viel zu tun, vor allem in Zeitz.

Ortsliste

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Allstedt, Angersdorf, Arendsee, Aschersleben, Bernburg, Bitterfeld, Dessau, Dresden, Erdeborn, Etzdorf, Gerbstedt, Halle I, Halle II, Harz, Helbra, Hettstedt, Hohenthurm, Holleben, Johannashall, Klobikau, Klostermansfeld, Köchstedt, Köthen, Könnern, Krumpa, Leipzig, Magdeburg, Merseburg, Muldenstein, Oberhof, Oranienbaum, Ostrau, Pouch, Prora (Insel Rügen), Querfurt, Radebeul, Röblingen am See, Rothenburg an der Saale, Salzmünde, Sangerhausen, Schafstädt, Schraplau, Schierke, Schkeuditz, Schönebeck, Teutschenthal, Wansleben am See, Weißenfels, Wüsteneutzsch, Zeitz

Sonderseiten:
Bergbau im Mansfelder Land

Eisleben (Lutherstadt im Mansfelder Land | Sachsen-Anhalt)

Mauerrest des Klosters Holzzelle (Stand: 2012)

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

Zwei hohe Mauern stehen im Wald von Holzzelle. Es ist anzunehmen, dass sie zum ehemaligen Kloster Holzzelle gehören.

altes Postamt am Bahnhof

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Eigentümer der alten Post am Bahnhof der Lutherstadt Eisleben ist die DL Immobilienverwaltung GmbH & Co Altmark Ansgar KG, die zur Marseille-Gruppe des Hamburger Unternehmers Ulrich Marseille gehört (Stand: Januar 2012).

Gasthaus (Freistr. 29-30)

Foto: Martin Schramme
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Laut Adressbuch von 1904 wohnte in dem Haus Brauereibesitzerin Christine Wagner und Braumeister Walter Wagner. Im Haus befand sich eine Gastwirtschaft, wie verblichene Aufschriften rechts und links der Toreinfahrt im Winter 2011 noch zeigten.
An der linken Giebelfront war 2011 auch eine Aufschrift aus DDR-Zeiten (1949-1990) gerade noch zu erkennen: VEB Dienstleistungsbetrieb. Der hatte das Gebäude 1975 übernommen. Zeitzeugen berichten, dass im Keller eine Pumpe installiert wurde, weil dort immerzu Grundwasser nachlaufe. 1995 wurde eine der Ursachen entdeckt: Über eine falsch installierte Dachrinne gelangte Wasser in den Keller.

Fortschrittschacht I | Wolf-Schacht: Kupferbergbau 1909-1967 (Halde Volkstedt/Eisleben)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

153 Meter hoch ist die Halde des Fortschrittschachtes bei Volkstedt.
1906 begannen die Abteufarbeiten des Wolf-Schachtes (benannt nach Dr. Theodor Wolf, Deputierter und Hauptaktionär der Mansfeldschen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft), der 1949 in Fortschritt-Schacht umbenannt wurde. Die Vorbereitungen für den Abbau, während derer auch Kalisalz gefunden wurde, zogen sich bis 1909 hin. Bis 1967 wurden fast 17 Millionen Tonnen Kupfererz gefördert und zu 350.000 Tonnen Kupfer verhüttet. 1970 begann man die Flutung des Mansfelder Grubenfeldes. Bis 1972 wurde der Förderturm abgebaut. Der wesentliche sonstige Gebäudebestand war im Winter 2011 erhalten, teilweise saniert und genutzt. Am Fuße der Halde waren ebenfalls Reste des einstigen Förderbetriebes zu erkennen (siehe Fotos). 1968 bereits wurde die Produktion von Stahlrohrmöbeln begonnen. Bis heute gibt es diese Fertigung. Die project Schul- und Objekteinrichtungen GmbH wurde 1995 gegründet, 1998 als "Gründer des Jahres" gewürdigt und 2001 mit dem "Oskar des Mittelstandes" bedacht. Das Unternehmen hat sich spezialisiert auf die Fertigung von Möbeln für Schulen, Universitäten und Bildungseinrichtungen.

weitere Informationen

Gut Eisleben

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Bergbaukrankenhaus (anno 1903)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

1873 kaufte die Knappschaft die Haas’sche Windmühle auf dem Stahlshüttenhof. Gebaut werden sollten ein irisch-römisches Bad und ein Krankenhaus. Seit 1903 wurde das Objekt "Knappschaft-Krankenhaus" genannt. Das Krankenhaus wurde 1876 übergeben, das Bad 1884. 1909 wurde das Areal an das neue städtische Kanalisationsnetz angeschlossen, 1915 ein Erweiterungsbau des Krankenhauses beendet, ein Personenaufzug eingebaut und eine einheitliche Dampfheizungs- und Warmwasseranlage eingebaut. 1936 war ein weiterer Erweiterungsbau fertig und damit auch das Aussehen des Krankenhauses dem heutigen sehr ähnlich. Nach 1945 wurde das Bergbaukrankenhaus in das staatliche Gesundheitswesen der DDR integriert. Im Herbst 1998 gab es Spekulationen, dass Senioren in das Gebäude ziehen könnten. Passiert ist bis Ende 2011 nichts dergleichen. Auch die Versteigerung des Objekts im Jahr 2003 für gerade mal 25.000 Euro brachte keine Wende.

Vogelsangbrücke | Bergwerksbahnbrücke

Foto: Privatarchiv
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Von einem einst prächtigen Bauwerk in Eisleben Oberhütte sind nur noch Reste übrig. Die Sockel aus Beton und Stahl der "Vogelsangbrücke" auf der Eisenbahnstrecke zwischen Fortschrittschacht I (Eisleben | OT Volkstedt) und Krughütte (Wimmelburg) haben die Zeiten überdauert. Ein Schild an einem überbauten Wasserlauf weist die Baufirma aus: "Betonbau Dücker & Co. GmbH Düsseldorf". 1975 wurde die Brücke abgerissen. (Stand: September 2011)

Fortschrittschacht II von 1951 bis 1964/68/71 (ehemals Dittrichschacht, 1907)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Der Fortschrittschacht II befindet sich oberhalb von Unterrißdorf und gehörte zuletzt zum Mansfeld-Kombinat "Wilhelm Pieck". Aus jener Zeit stammt auch das Stahltor am Eingang, in das die Buchstaben VEB und die Jahreszahl 1972 eingearbeitet sind.
Der Schacht wurde von 1907 bis 1909 eingerichtet und nach dem Leipziger Oberbürgermeister Rudolph Dittrich (1855-1929) benannt, in dessen Amtszeit der Bau des Leipziger Hauptbahnhofes, die Gründung der Deutschen Bücherei und die Fertigstellung und Einweihung des Völkerschlachtdenkmals fallen. Dittrich war Deputierter der Mansfelder Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft. Beim Abteufen zum Zwecke der Kupfererzgewinnung wurde eine Salzlagerstätte gefunden. 1913 wurde durch die Leipziger Firma Adolf Bleichert & Co. eine Drahtseilbahn gebaut.
1951 wurde der Schacht in Fortschrittschacht II umbenannt. Die Grube war nicht besonders ergiebig und wurde so ab 1953 für die Lehrlingsausbildung genutzt. 1964 wurden die Bergwerksanlagen stillgelegt. 1968 wurden die Schächte verfüllt und die beiden Fördermaschinen (Dittrichschacht und Wachlerschacht) abgebaut. Nach der Verschrottung des Fördergerüsts 1971 wurde das Gelände an bergbaufremde Unternehmen verkauft.

Eine besondere Geschichte hat sich 1945 ereignet: Am 13. April rückten die Amerikaner in Eisleben ein. Als sie davon erfuhren, dass die Nazis 1944 im Kalischacht wertvolle Bestände des Reichspostmuseums Berlin (heute Museum für Kommunikation) eingelagert hatten, bargen sie den "Schatz", darunter sehr teure Briefmarken wie die blaue Mauritius und den Sachsen-Dreier. 1949 wurden Teile des Materials an die Deutschen übergeben. Doch die größten philatelistischen Kostbarkeiten - insgesamt 2039 Briefmarken aus 35 Ländern, darunter das Mauritius-Tableau aus dem Berliner Wandtresor - fehlten. Vor allem die Mauritius-Marken stellten einen herben Verlust dar. Sie tauchten erst 1976 bei einer Auktion in London wieder auf. Anbieter der Stücke war Daniel E. Sweeney, der Offizier der US-Armee, der 1945 für die Beräumung des Dittrich-Schachtes zuständig gewesen war. Der amerikanische Zoll beschlagnahmte die Marken, die wegen Unstimmigkeiten zwischen den beiden deutschen Staaten (DDR & BRD) erst 1990 zurück nach Deutschland kamen.

Schlachthof Eisleben
(1891, gehörte in der DDR zuletzt zum VEB Schlacht-und Verarbeitungsbetrieb Halle)

Foto: Martin Schramme
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Der Schlachthof Eisleben wurde 1891 eröffnet.
Zuletzt arbeitete der Betrieb in der Steinkopfstraße 9 als Eisleber Fleischwaren GmbH. Die Existenz der GmbH endete 1995.

Wasserturm Bahnhof Lutherstadt Eisleben

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

VEB Getreidewirtschaft Eisleben | Eislebener Getreide GmbH (Abriss Anfang 2012 begonnen)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Schon eine lange Geschichte hat das Getreidezentrum in Eisleben mit Silo, Getreidelager und Eisenbahnanschluss. Zu DDR-Zeiten firmierte es unter der Bezeichnung VEB Getreidewirtschaft. Im Zuge des Anschlusses an die BRD 1990 ging die Getreidewirtschaft an die Treuhand, die den Betrieb 1992 veräußerte. Zuletzt war das Gelände als Lager Eisleben der Eislebener Getreide Gesellschaft mbH mit Sitz in Querfurt dem RHG Agrarzentrum zugeordnet. Hinter der Gesellschaft verbirgt sich die Agravis Raiffeisen AG, die Eisleben im Sommer 1997 gekauft hat. Das Gelände steht zum Verkauf (Stand: Sommer 2011). Sehr alte Technik hat die Jahrzehnte überdauert. Sie stammt offenbar nicht zuletzt aus den 1950er Jahren. VEB "Petkus" Landmaschinenwerk Wutha/Thür., Baujahr 1950, steht auf dem Typenschild an einem Trogkettenförderer. Der Betrieb war in der der DDR führender Hersteller von Getreide- und Saatgutaufbereitungstechnik. Petkus ist auch heute noch ein bedeutender Hersteller von Saatgutaufbereitungsanlagen.

Beinert-Villa | Gästehaus "Fritz Beyling" des Mansfeld-Kombinats (Wilhelm-Beinert-Straße 1)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Laut Einwohnerbuch der Stadt Eisleben von 1922 wohnte in der rotgeklinkerten Villa der ehemalige Stadtrat und Stadtälteste Wilhelm Beinert in der Nummer 1 der bereits nach ihm benannten Straße. zu DDR-Zeiten Gästehaus "Fritz Beyling" des Mansfeld-Kombinats "Wilhelm Pieck" (einst 47.000 Werktätige, 1990 in AG überführt und radikal abgewickelt)

MfS-Kreisdienststelle Eisleben (Stasi / Wilhelm-Beinert-Straße 2/2a)

Foto: Martin Schramme

ehemalige Stasi-Kreisverwaltung Eisleben in der Wilhelm-Beinert-Straße 2/2a, zugeordnet der Bezirksverwaltung Halle in Halle Saale

1989: Der Arzt Hinrich Schmedes, Sprecher des Neuen Forums in Eisleben, verhindert die Fortsetzung der Vernichtung und des Abtransports von Stasi-Akten.

Folgendes ist bei Steffen Reichert dazu nachzulesen: "Am Ende wird der Abend des 4. Dezember 1989 doch noch hektisch. Die Montagsdemo hat sich gerade aufgelöst, die Organisatoren vom Neuen Forum sitzen noch beisammen, um zu beraten, wie es weitergehen soll. In diese Beratung hinein kommt überraschend der Pfarrer der halleschen Lauren­tiusgemeinde, Ulrich Schlademann. Er habe gehört, informiert er die Anwesenden, dass in der nahen Kreisstadt Eisleben Stasiakten vernichtet würden. Dietmar Webel, kirchlicher Mitarbeiter, und der Fotograf André Boltze brechen sofort auf. Vor dem Kreisamt für Nationale Sicherheit – die Stasi hatte sich zwei Wochen zuvor in Amt für Nationale Sicherheit umbenannt – in Eisleben treffen sie auf 20 Bürger mit Kerzen in den Händen, die die Aktenvernichtung stoppen wollen. Auch Polizei ist inzwischen vor Ort. "Das muss doch woanders auch hinzukriegen sein", denken sich Webel und Boltze.
Zurück in Halle – es ist fast Mitternacht – rufen die beiden den diensthabenden Staatsanwalt an und verlangen sofortiges Handeln. So eilig sei das nicht, entgegnet dieser. Es gebe doch ein Fernschreiben, wonach das Verbringen und Vernichten von Beweisen durch das MfS untersagt sei."
Quelle: http://www.horch-und-guck.info/hug/archiv/2008-2009/heft-64/06415/

Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb (VEAB) für landwirtschaftliche Erzeugnisse

Foto: Martin Schramme Das Haus rechts wurde im Oktober 2010 abgerissen.
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Eine reichhaltige Beschriftung verrät etwas über die Geschichte des Gebäudeensembles.
Zu lesen ist: VEAB - Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb (Erfassungsstelle)
für landwirtschaftliche Erzeugnisse Abt. Obst Gemüse Kartoffeln - Obst- und
Gemüse-Zentralgenossenschaft Sachsen-Anhalt e.G.m.b.H. Halle (Saale) Zweigstelle Lu. Eisleben

VEAB-Stellen entstanden bereits in der Anfangsphase der DDR (1949-1990).
Erlaß des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik über die Planung und Leitung der Volkswirtschaft durch den Ministerrat Punkt III/5 von 1963: "Beim Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik wird das Staatliche Komitee für Erfassung und Aufkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse gebildet. Das Staatliche Komitee für Erfassung und Aufkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse ist auf der Grundlage der Pläne der Marktproduktion für die Erfüllung der Erfassungs- und Aufkaufpläne zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsgütern und der Industrie mit Rohstoffen aus der eigenen Landwirtschaft verantwortlich. Es plant und leitet mit den ihn unterstellten Vereinigungen volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetriebe (VVEAB) und deren Betriebe (VEAB) die Zuführung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zur Lebensmittelindustrie. Es bildet die zentralisierten staatlichen Fonds an landwirtschaftlichen Produkten und organisiert eine exakte Kontrolle und Abrechnung über die Verwendung dieser Fonds entsprechend dem Plan. Die Hauptdirektoren der Vereinigungen volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetriebe übernehmen die bisher von den Räten der Bezirke, Abteilung Landwirtschaft, Erfassung und Forstwirtschaft ausgeübten Funktionen der Anleitung und Kontrolle der anderen Erfassungs- und Aufkaufbetriebe (Konsumgenossenschaften, Molkereien, Zuckerfabriken, Stärkefabriken usw.).

Hafthaus, erbaut 1911-1913 (wurde 2011 versteigert)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Über der Tür des Hafthauses steht das Baujahr: 1911-1913

Das Hafthaus an der Friedensstraße 40 in der Lutherstadt Eisleben, erbaut 1911 bis 1913, wurde 2009 geräumt. Es handelt sich um das hemalige Königliches Amtsgericht mit rückwärtigem Gefängnistrakt. Es verfügt über 1600 Quadratmeter Grundstück und 11.800 Quadratmeter Nutzfläche. Gemäß öffentlicher Ausschreibung des Landes Sachsen-Anhalt war das Haus im September 2010 bei Vorlage eines Nutzungskonzepts für 18.000 Euro zu haben. Im Juni 2011 war es zur Auktion ausgeschrieben für eine Auktion am 30. Juni 2011, Startgebot 6500 Euro. Angeboten wurde es bei der Deutschen Internet Immobilien Auktionen GmbH (hier klicken). Das Höchstgebot lag bei 15.100 Euro. Es kam von einem Bieter mit dem Name GELAGO. Dem Name nach könnte es sich um die Firma Gelago Immobilien Holding AG aus Zug (Schweiz) gehandelt haben. Eine Gelago Immobilien GmbH ist auch in Düsseldorf gemeldet.

Max-Lademann-Schacht | Clotildeschacht (1879-1964/1969)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

1879 wurde der Clotildeschacht begonnen (Abtäufen). Nach wiederholten Wassereinbrüchen wird das erste Kupfererz erst 1902 gefördert. 1951 erfolgte die Umbenennung in Max-Lademann-Schacht. Ende 1964 wurde die Erzförderung eingestellt und im Sommer 1969 die Schachtröhre verfüllt. Danach nutzte der Automatisierungsbetrieb des VEB Mansfeld-Kombinat "Wilhelm Pieck" das ehemalige Schachtgelände.

Konsum-Verein (Clara-Zetkin-Str.)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme etwas verblichen, aber im Herbst 2010 noch gut erkennbar, ist der Schriftzug
"Konsum-Verein"

An diesem Eckhaus in der Clara-Zetkin-Straße in der Lutherstadt Eisleben ist der alte Schriftzug "Konsum-Verein" noch relativ gut zu erkennen (siehe zweites Bild).

Soldatenfriedhof am Carl-Eitz-Weg im Stadtpark

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Am und im Stadtpark von Eisleben befinden sich zwei sowjetische Friedhöfe (Sowjetunion 1917-1991). Auf dem Friedhof am Carl-Eitz-Weg (Abb.) liegen die Gebeine Kriegsgefangener und Fremdarbeiter aus Russland, Ukraine, Polen und Rumänen. mehr

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