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Artefakte - Welt von gestern in der Region Halle Saale
Fotos: Martin Schramme / Urheberschutz / keine Verwendung ohne Nachfrage!
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letzte Änderung am 23.01.2012

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Die Region Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt war einst - neben dem Ruhrgebiet - die Industrieregion des Deutschen Reiches. Wegen der vergleichsweise langsamen Modernisierung der Anlagen und der niedrigen Reinvestitionsquote sowie der im internationalen Maßstab mittelmäßigen Arbeitsproduktivität in der DDR (1949-1990) blieben die Großbetriebe oft inklusive ihrer technischen Anlagen aus den 1920er und 1930er Jahren bis 1990 erhalten. Der massive Umbruch seit der Angliederung der DDR an die Bundesrepublik Deutschland hat aus verschiedenen Gründen die massenhafte Stilllegung dieser DDR-Wirtschaftsbetriebe bewirkt. So sind die Industriebrachen zahlreich. Wie Zeugnisse aus einer anderen Zeit stehen sie herum und verfallen und noch immer sind die Bestände beachtlich, wenn man bedenkt, dass viele Anlagen bereits abgerissen wurden (Stand: 03.2010). Neben vielen traurigen Beispielen gibt es hier und da aber auch Hoffnung und Vereine und Initiativen, die die Rettung alter Bauwerke vorantreiben. Doch es gibt noch viel zu tun, vor allem in Zeitz.

Ortsliste

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Halle I, Halle II

Allstedt, Angersdorf, Arendsee, Artern, Aschersleben, Bernburg, Bitterfeld, Dresden, Eisleben, Erdeborn, Etzdorf, Gerbstedt, Harz, Helbra, Hettstedt, Hohenthurm, Holleben, Johannashall, Klobikau, Klostermansfeld, Köchstedt, Köthen, Könnern, Krumpa, Leipzig, Magdeburg, Merseburg, Muldenstein, Oberhof, Oranienbaum, Ostrau, Pouch, Prora (Insel Rügen), Querfurt, Radebeul, Röblingen am See, Rothenburg an der Saale, Salzmünde, Sangerhausen, Schafstädt, Schraplau, Schierke, Schkeuditz, Schönebeck, Teutschenthal, Wansleben am See, Weißenfels, Wüsteneutzsch, Zeitz

Sonderseiten:
Bergbau im Mansfelder Land

Bauhausstadt Dessau / Dessau-Roßlau

Wilhelm Koch KG, Eisenwaren

Foto: Martin Schramme
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Die ehemalige Eisenhandlung "Wilhelm Koch KG" liegt im Dessauer Gasviertel. Hugo Koch und Karl Nitschke waren einst die Inhaber des 1889 errichteten Bauwerks in der Blumenthalstraße 16. 1990 verkaufte die Treuhand das Gebäude. Dann drohte der Verfall. Im Mai 1998 kaufte die das Haus. Inzwischen ist es saniert.

Mausoleum des Hauses Anhalt

Foto: Martin Schramme

Friedrich I., Herzog von Anhalt, ließ das Mausoleum 1894-1898 (Auferstehungskapelle mit Gruft) als würdige Grabstätte des Hauses Anhalt und Askanien bauen. 1893 war bereits mit der Anlage eines Parkes begonnen worden durch Gartendirektor Hooff aus Köthen. Nach 1945 verfiel das Bauwerk, seit 1986/87 wurde es saniert.

Friedrich-Kaserne

Foto: Martin Schramme

der so genannte Rosenhof, ehemals Friedrich-Kaserne, Ende September 1898 an der Albrechtstraße in Dessau eingeweiht, Infanterie, später auch Luftwaffe stationiert

Wörlitzer Bahnhof

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

VEB Junkalor Dessau (teilweiser Abriss 2010)

Foto: Martin Schramme 2010 abgerissen
Foto: Martin Schramme 2010 abgerissen
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme 2010 abgerissen
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Auf diesem Schild steht, wie die Verantwortlichen in Dessau den dramatischen
Abriss wertvoller Altbausubstanz sehen: "Wo Gebäude fallen, herrscht wieder
Ordnung." Nach Dessauer Lesart sollte das im März 2010 auch für das
Junkalor gelten, das letzte Original der Werke des genialen deutschen
Flugzeugbauers Hugo Junkers.

Eigentlich war der Abriss des Junkalor bereits beschlossen und Anfang 2010 begonnen worden. Doch dann ist der Abriss des letzten vollständig erhaltenen Werksgeländes des Flugpioniers Hugo Junkers in letzter Sekunde verschoben worden. Allerdings ist der Beschluss unter der Bedingung getroffen worden, dass der Verein "Industriekultur Hugo Junkers", der sich gegen den Abriss stark macht, schnell ein Nutzungs- und Sanierungskonzept für das Werk vorlegt. Ende April 2010 wurde nach dem vorläufigen Abriss-Stopp jedoch die Fortsetzung der Abrissarbeiten beschlossen. mehr
Bis auf ein Gebäude sind alle entlang der Straße abgerissen (Stand: September 2010).

Schultheiss Brauerei Berlin-Dessau (VEB Getränkekombinat Dessau)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Verein Brauhaus Dessau

Konsum-Backwarenkombinat Halle Betrieb Dessau (Anhaltiner Backwaren GmbH, Insolvenz 1992)

Backrohlinge / Foto: Martin Schramme Backmaschine der Halleschen Bäckereimaschinen Fabrik HaBäMFa / Foto: Martin Schramme Maschine der Halleschen Bäckereimaschinen Fabrik HaBäMFa

Der KONSUM war die zweitmächtigste Handelsorganisation in der DDR. Nach dem Ende der DDR 1990 ging es mit der Kette rasch bergab und obwohl bei drastischen Umstrukturierungen fast zwei Drittel der über 30.000 Verkaufsstellen geschlossen und mehr als 140.000 der einst 210.000 Werktätigen bis zum März 1992 entlassen wurden, folgte im Frühjahr 1992 die Insolvenz. Die Banken hatten nicht die nötigen Kredite gegeben, weil der Konsum zwar über eigene Gebäude verfügte, nicht aber Eigentümer der dazugehörigen Flächen war (in der DDR gab es nur Pachtland). Hinzu kam der anhaltende Druck westdeutscher Handelsketten auf den einstigen Monpolisten im Osten. Das Konsum-Backwarenkombinat war ein Zweig des riesigen Konglomerats, das fortan in einem zehn Jahre währenden Insolvenzverfahren unter skandalösen Umständen abgewickelt wurde. Im Zentrum des Skandals standen ein Baron aus Bayern und Amtsgerichtspräsident in Halle.
Siehe Spiegel: hier und hier

Neuer Wasserturm am Lutherplatz

 / Foto: Martin Schramme  / Foto: Martin Schramme  / Foto: Martin Schramme

1896/97 wurde der 63,5 Meter hohe Neue Wasserturm nach Entwürfen von Paul Engel errichtet.
Das Gebäude steht auf der Proritätenliste der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Der Verein zur Förderung und Erhaltung des Neuen Wasserturms e.V. ist um die Rettung des Denkmals bemüht. mehr

Tanklager, errichtet vom VEB Chemieanlagenbau Magdeburg

 / Foto: Martin Schramme  / Foto: Martin Schramme

1963/64 wurde in der DDR der Bau von Chemieanlagen forciert und der VEB Schwermaschinenbau "Karl Liebknecht" (SKL) Magdeburg wurde ausgesucht, dieses Programm umzusetzen.
Nach der Wende 1989/90 CAM GmbH.

VEB Gärungschemie Dessau (VVB Agrochemie und Zwischenprodukte Halle/Saale)

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1871 Dessauer Actien Zucker Raffinerie, seit 1895 Dessauer Zuckerraffinerie GmbH.
Die bei der Herstellung von Leuchtgas im Gaswerk Dessau der Contigas anfallende Blausäure sollte die Dessauer Zuckerraffinerie GmbH weiterverarbeiten. Es wurden darüber Verhandlungen geführt. Am 11. September 1921 wurde die Dessauer Werke für Zucker und Chemische Industrie AG im Volksmund Fine gegründet. Die Dessauer Zuckerraffinerie GmbH wurde ein Teil von ihr. 1922 führte die Degesch Verhandlungen mit der Dessauer Zuckerraffinerie GmbH über die Produktion des Zyklon B.
1948 wurde die bei Luftangriffen am 7. März 1945 völlig zerstörte Firma enteignet und produzierte dann unter dem Namen VVB Zuckerraffinerie Dessau. 1951 wurde die Blausäureanlage wieder aufgebaut; der Betrieb stellte ab 1952 als VEB Gärungschemie Dessau bis 1969 das Präparat als "Cyanol" Schädlingsbekämpfungsmittel her. Danach wurde die Produktion nach Schwedt abgegeben. Während der DDR-Zeit produzierte das Werk hauptsächlich Futterhefe, Alkohol und Kohlensäure, die in einem Gärhaus aus Melasse hergestellt wurden. In einer Abteilung wurden auch Barium gewonnen und Bariumverbindungen verarbeitet. Quelle: wikipedia.de

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