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URBEX: Artefakte - Welt von gestern in der Region Halle Saale Artefakte - Welt von gestern in der Region Halle Saale
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letzte Änderung am 31.10.2011

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Die Region Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt war einst - neben dem Ruhrgebiet - die Industrieregion des Deutschen Reiches. Wegen der vergleichsweise langsamen Modernisierung der Anlagen und der niedrigen Reinvestitionsquote sowie der im internationalen Maßstab mittelmäßigen Arbeitsproduktivität in der DDR (1949-1990) blieben die Großbetriebe oft inklusive ihrer technischen Anlagen aus den 1920er und 1930er Jahren bis 1990 erhalten. Der massive Umbruch seit der Angliederung der DDR an die Bundesrepublik Deutschland hat aus verschiedenen Gründen die massenhafte Stilllegung dieser DDR-Wirtschaftsbetriebe bewirkt. So sind die Industriebrachen zahlreich. Wie Zeugnisse aus einer anderen Zeit stehen sie herum und verfallen und noch immer sind die Bestände beachtlich, wenn man bedenkt, dass viele Anlagen bereits abgerissen wurden (Stand: 03.2010). Neben vielen traurigen Beispielen gibt es hier und da aber auch Hoffnung und Vereine und Initiativen, die die Rettung alter Bauwerke vorantreiben. Doch es gibt noch viel zu tun, vor allem in Zeitz.

Ortsliste

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Halle I, Halle II

Allstedt, Angersdorf, Arendsee, Artern, Aschersleben, Bernburg, Dessau, Dresden, Eisleben, Erdeborn, Etzdorf, Gerbstedt, Harz, Helbra, Hettstedt, Hohenthurm, Holleben, Johannashall, Klobikau, Klostermansfeld, Köchstedt, Köthen, Könnern, Krumpa, Leipzig, Magdeburg, Merseburg, Muldenstein, Oranienbaum, Ostrau, Pouch, Prora (Insel Rügen), Querfurt, Radebeul, Röblingen am See, Rothenburg an der Saale, Salzmünde, Sangerhausen, Schafstädt, Schraplau, Schierke, Schkeuditz, Schönebeck, Teutschenthal, Wansleben am See, Weißenfels, Wüsteneutzsch, Zeitz

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Bergbau im Mansfelder Land

Bitterfeld

VEB Rohrwerke Bitterfeld (ROB)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Dieser Industriekoloss der ehemaligen Rohrwerke Bitterfeld steht seit Jahren leer und in einem Industriegebiet von Bitterfeld. Ein weiterer Betrieb der Rohrwerke befand sich im nahegelegenen Muldenstein. Dort wurde bis zum Jahr 2000 produziert, doch im Frühjahr 2010 wurden die herrlichen historischen Gebäude abgerissen, damit ein Solarpark entstehen kann.

Gegründet wurde der Rohrleitungsbau 1917 von Ernst Otto Dietrich, der zunächst vor allem das stark expandierende Bitterfeld-Wolfener Industriegebiet mit Rohren versorgte. Das Unternehmen wuchs schnell und wurde 1922 zur Aktiengesellschaft. Ein Jahr später stieg die Mannesmann AG im großen Stil ein und erkaufte sich die Aktienmehrheit. Unter dem neuen Name Deutsche Rohrleitungsbau AG ab 1936 war der Betrieb verstärkt auch im Export tätig.

Nach der Besetzung Mitteldeutschlands durch die Rote Armee und der Verstaatlichung der Unternehmen entstand der Rohrleitungsbau Bitterfeld (ROB), dem 1947 der Rohleitungsbau in Muldenstein angegliedert wurde. 1947/48 entstand auf dem Gelände der ehemaligen Kali-Chemie in Bitterfeld ein zweiter Rohrleitungsbaubetrieb. 1951 wurden beide Rohrleitungsbaubetriebe zum VEB EKM Rohrleitungsbau Bitterfeld verbunden.

Der Rohrleitungsbau Bitterfeld (ROB) war maßgeblich am Aufbau der DDR-Kraftwerkstechnik beteiligt. In Muldenstein und Bitterfeld wurden Hunderte Kilometer Rohre für die Druschba-Trasse von der Sowjetunion über Polen in die DDR gefertigt. Die Rohrleitungsbauer kamen weltweit zum Einsatz unter anderem in Algerien, Finnland, Indien und Nordkorea.

1985 wurde der ROB dem VEB IKR als Betriebsteil zugeschlagen. Nach der Wende wurde der ROB durch die Treuhandgesellschaft an die Liechtensteiner Industrie Union AG verkauft. Ein Fehlgriff, der 270 Arbeitsplätze kostete und das Ende des ROB besiegelte.
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Bahnbetriebswerk Bitterfeld (BW) / Deutsche Reichsbahn

Foto: Martin Schramme Blick auf den bogenförmigen Lokschuppen Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

1968 wurde das Bahnbetriebswerk (Bw) Bitterfeld dem Bw Halle (Saale) P zugeschlagen.

Konsum-Backwarenkombinat Halle Betrieb Bitterfeld Bäckerei (Karl-Marx-Str. 41a)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Hier wurde Mehl gemahlen.
Foto: Martin Schramme Originaldokumente aus dem Konsum-Backwarenkombinat darunter
"DDR Brot-Qualitätsvergleich Brotbeurteilung"

Der Konsum ging 1992 in einem beispiellos skandalösen Abwicklungsprozess in Insolvenz. Bei der Beschaffung von Bankkrediten scheiterte der schon zu DDR-Zeiten als altbacken empfundene Handelsgigant unter anderem daran, dass ihm nur die Gebäude, nicht aber die Grundstücke gehörten, was in der DDR allgemein üblich war (Stichwort: Volkseigentum).

Wasserturm

Foto: Martin Schramme

Der Wasserturm ist der Rest einer 2001 abgerissenen Chemiefabrik. Erstmals errichtet wurde sie Ende des 19. Jahrhunderts, als sich gleich mehrere Chemieunternehmen für den Raum Bitterfeld interessierten, weil es dort Kohle, billiges Land und Arbeitskräfte gab. Die Elektron AG aus Griesheim baute ab 1894, die AEG folgte bald darauf. Bis 1900 hatte sich Bitterfeld zum Zentrum der elektrochemischen Industrie in Deutschland entwickelt. Noch vor dem Ersten Weltkrieg trieb die Griesheim-Elektron AG am Standort Bitterfeld die Magnesiumproduktion voran. Mitte der 20er Jahre ging das Unternehmen in den I.G. Farben auf. Nach dem Krieg übernahmen ab dem 1. Juli 1945 zunächst die Russen das Regime. So waren die Elektrochemischen Werke Bitterfeld von 1945 bis 1952 ein Unternehmen der SAG "Kaustik" (SAG = Sowjetische Aktiengesellschaft). Die Geschäftskontakte zu Westdeutschland blieben zunächst bestehen. Von 1946 bis 1969 hieß die Fabrik VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld (EKB), von 1969 bis 1990 VEB Chemiekombinat Bitterfeld (CKB = Fusion von EKB und Filmfabrik Wolfen). Hergestellt wurde im EKB unter anderem Aluminium, Chlor, DDT, Eispulver, Kaliumpermanganat, Leichtmetallbaugerüste, Leichtmetalllegierungen, Magnesium, Methylenchlorid, Oxalsäure, PVC-Fußbodenbelag, PVC-Rohre, Salzsäure, Schwefelsäure, Titandioxid, Wasserstoff, Waschmittel und Zahnpasta.
Elektron werden Legierungen aus mindestens 90 Prozent Magnesium und knapp zehn Prozent Aluminium genannt. (weitere Bilder und weitere Informationen)

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