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Artefakte - Welt von gestern in der Region Halle Saale
Fotos: Martin Schramme / Urheberschutz / keine Verwendung ohne Nachfrage!
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letzte Änderung am 21.04.2012

Die Region Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt war einst - neben dem Ruhrgebiet - die Industrieregion des Deutschen Reiches. Wegen der vergleichsweise langsamen Modernisierung der Anlagen und der niedrigen Reinvestitionsquote sowie der im internationalen Maßstab mittelmäßigen Arbeitsproduktivität in der DDR (1949-1990) blieben die Großbetriebe oft inklusive ihrer technischen Anlagen aus den 1920er und 1930er Jahren bis 1990 erhalten. Der massive Umbruch seit der Angliederung der DDR an die Bundesrepublik Deutschland hat aus verschiedenen Gründen die massenhafte Stilllegung dieser DDR-Wirtschaftsbetriebe bewirkt. So sind die Industriebrachen zahlreich. Wie Zeugnisse aus einer anderen Zeit stehen sie herum und verfallen und noch immer sind die Bestände beachtlich, wenn man bedenkt, dass viele Anlagen bereits abgerissen wurden (Stand: 03.2010). Neben vielen traurigen Beispielen gibt es hier und da aber auch Hoffnung und Vereine und Initiativen, die die Rettung alter Bauwerke vorantreiben. Doch es gibt noch viel zu tun, vor allem in Zeitz.

Ortsliste

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Allstedt, Angersdorf, Arendsee, Aschersleben, Bernburg, Bitterfeld, Dessau, Dresden, Eisleben, Erdeborn, Etzdorf, Gerbstedt, Halle, Harz, Helbra, Hettstedt, Hohenthurm, Holleben, Johannashall, Klobikau, Klostermansfeld, Köchstedt, Köthen, Könnern, Krumpa, Leipzig, Magdeburg, Merseburg, Muldenstein, Oranienbaum, Ostrau, Pouch, Prora (Insel Rügen), Querfurt, Radebeul, Röblingen am See, Rothenburg an der Saale, Salzmünde, Sangerhausen, Schafstädt, Schraplau, Schierke, Schkeuditz, Schönebeck, Teutschenthal, Wansleben am See, Weißenfels, Wüsteneutzsch, Zeitz

Bergbau im Mansfelder Land

Von 1199 bis 1999 - also 800 Jahre lang - gab es im Mansfelder Land den Kupferbergbau. Zumindest offiziell, denn selbst die rohstoffarme DDR, die den bereits seit Mitte der 30er Jahre nicht wirklich gewinnbringenden Bergbau bis 2012 hatte fortsetzen wollen, hatte 1989 eingesehen, dass das 1995 endgültig Schluss ist. Von Hettstedt und Mansfeld nach Eisleben und schließlich nach Sangerhausen arbeiteten sich die Bergleute vor. Bis zum endgütigen Ende des Kupferbergbaus wurden etliche Schächte bereits geschlossen: zum Beispiel 1958 der Hans-Seidel-Schacht, 1962 der Ernst-Thämann-Schacht, 1964 der Max-Lademann-Schacht, 1967 der Fortschritt-Schacht und 1969 der Otto-Brosowski-Schacht. Am 1. Juli 1970 dann begann die Flutung des ganzen Altreviers im Raum Eisleben-Hettstedt. Mit dem Ende der DDR kam das Ende für das Mansfeld-Kombinat noch schneller als gedacht. Von über 24.000 Mitarbeitern waren Ende 1994 nur noch etwas über 3000 Mitarbeiter übrig.

Zirkelschacht

Foto: Martin Schramme, April 2012 Blick auf den Sockel des ehemaligen Förderturmes und das Areal drumherum. Foto: Martin Schramme, April 2012

Der Zirkelschacht bei Mansfeld ist nach Prof. Dr. Ferdinand Zirkel (1838-1912), Hauptaktionär und Deputierter der Mansfelder Kupferschiefer bauenden Gesellschaft, benannt. Geteuft wurde der Schacht ab 1891 bis 1895. Die Schachttiefe betrug am Ende 495 Meter. Das abgebaute Kupfererz wurde vor allem in der Kochhütte bei Helbra verarbeitet. 1927 wurde die Produktion eingestellt, erhalten blieb ein Wetterschacht. 1970 wurde die Schachtröhre verfüllt und mit Beton versiegelt.

Otto-Brosowski-Schacht (Paul-Schacht)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

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