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lebende Prominente
Adolph, Gerhard (Sportler, Schauspieler, Moderator)
Wurde am 20. September 1937 in Halle geboren. Als Angehöriger der kasernierten Volkspolizei und Mitglied des Sportvereins ASK Berlin erkämpfte
er sich mehrere Titel als bester Geher der DDR. Im 20-Kilometer-Mannschaftsgehen der Herren errang er mit seiner jeweiligen Mannschaft
den ersten Platz in den Jahren 1959, 1961, und 1963 bis 1965. Für seine sportlichen Erfolge erhielt er die Titel "Meister des Sports"
und "Verdienter Meister des Sports".
1959 hatte er seine erste Kindersendung im Fernsehen der DDR. Nach dem Schauspielstudium ging er mit der legendären Sport- und Spielshow
"Mach mit, mach's nach, mach's besser" auf Sendung (1964-1991).
Nach der Wende moderiert "Adi" auch weiterhin insbesondere Veranstaltungen, bei denen Kinder sportlich aktiv mitmachen können. Im Jahre 2005 war
er der Botschafter des "Internationalen Deutschen Turnfestes" (IDTF) in Berlin.
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Biedermann, Paul (Schwimmer)
Wurde am 7. August 1986 in Halle geboren. Er ist der erste Mensch der Welt, der die 200 Meter-Distanz in einer Zeit unter 100 Sekunden geschwommen ist.
Bönsch, Uwe (Schachgroßmeister)
Wurde am 15. Oktober 1958 in Halle geboren. 1997 wurde er Bundestrainer des Deutschen Schachbundes.
Sein Talent zeigte sich früh. Bei der Jungpionier-Meisterschaft der DDR 1968 holte er bereits seinen ersten Sieg. 1974 wurde er DDR-Jugendmeister. Später war er mehrfach DDR-Meister.
Chu Tan Cuong (Großmeister im Kung-Fu, Guinnessbuch-Rekordhalter)
Seit seinem vierten Lebensjahr trainiert der Mann aus Vietnam Kampfsport. Später kam das Studium der Musik hinzu. Er hat den Vo-Dao-Vietnam-Kampfstil entwickelt. Chu Tan Cuong wohnte lange Zeit in Halle (heute in Langenbogen) und betreibt in Halle eine Kampfschule. Er ist mehrfacher Weltrekordhalter und ist im Guinnessbuch der Rekorde. Auf seine außergewöhnlichen Fähigkeiten wurden die Menschen hierzulande nach seinem Auftritt bei der ZDF-Sendung "Wetten, dass.. ?" 1995.
seine Rekorde
Cierpinski, Waldemar (Sportler / Marathon)
Lief 1976 bei der Olympiade in Montreal (Kanada) als erster Läufer des Marathon-Wettbewerbs über
die Ziellinie. DDR Star-Reporter Heinz-Florian Oertel kommentierte den Sieg seinerzeit mit dem legendären Satz "Väter, nennt Eure Kinder Waldemar." Cierpinski betreibt heute Sportgeschäfte in Halle und der Lutherstadt Eisleben und ist Mitinitiator des Mitteldeutschen Marathons und anderer sportlicher Wettbewerbe.
Genscher, Hans-Dietrich
(FDP-Politiker, Außenminister a.D.)
Wurde am 21. März 1927 in Reideburg bei Halle (in den 1950er Jahren eingemeindet) geboren.
1974-1992 Außenminister der Bundesrepublik Deutschland. War zuvor Innenminister.
Ehrenbürger der Stadt Halle.
Lebte zur Schul- und Studienzeit in Halle an der Saale. Studierte Jura in Halle und Leipzig, schließlich nach der
Flucht 1952 in den Westen in der Hansestadt Hamburg. Seine erste Arbeitsstelle war in Bremen. Genscher regierte die Bundesrepublik als Minister erst unter Willy Brandt (SPD), dann unter Helmut Kohl (CDU). Er kam mit dem ehemaligen Staatschef der Sowjetunion Michael Gorbatschow in den 1990er Jahren für einen Film über
die Ereignisse der Wende nach Halle an der Saale. Genscher war maßgeblich an der Mittelbeschaffung
zur Restaurierung der Franckeschen Stiftungen (u.a. Volkswagen-Stiftung) beteiligt.
Seinen 80. Geburtstag 2007 feierte er erst mit 1500 Gästen in Berlin im Zirkus "Sarasani", dann
in Halle. Ranghöchster Gast zur Feierstunde in den Franckeschen Stiftungen war der ehemalige Außenminister
der Sowjetunion und spätere Staatschef Georgiens, Eduard Schewardnadse.
Jürgen Günther (Comic-Zeichner)
Wurde am 24. Februar 1938 in Halle geboren. Der gelernte Lithograph arbeitete von 1958
bis 1961 als Phasenzeichner im Trickfilmstudio Dresden. Seit 1961 ist er freiberuflich tätig.
1974 erfand er die beliebte Comic-Serie "Otto & Alwin", die über Jahre unter
anderem als Beiblatt in DDR-Kaugummis zu haben war.
Uta Kargel (Schauspielerin, 1981 Halle)
von 2004 bis 2006 als Lena Bachmann bei der RTL-Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (GZSZ).
Ines Kuba (Miss Germany 1991)
Ines Kuba wurde in Halle geboren und war bis 1989 Fechterin an der Sportschule. Nach der Wende stieg sie ins
Showgeschäft ein als Schönheitskönigin, Moderatorin und Promoterin. mehr
Jens Bullerjahn (SPD-Politiker)
Jens Bullerjahn wurde 15. Juli 1962 in Halle/Saale geboren. Er erlernte den Beruf des Elektromonteurs und diente anschließend
bei den Seestreitkräften der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. 1989 trat er der SDP (der neu gegründen SPD in der DDR) bei.
1990 wurde er erstmals Mitglied des Landtages des Landes Sachsen-Anhalt. 2006 wurde er erstmals stellvertretender Ministerpräsident
von Sachsen-Anhalt und übernahm das Amt des Finanzministers.
Jan Emendörfer (Journalist)
1963 in Halle geboren, seit 2009 Chefredakteur der Ostsee-Zeitung in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern).
Nina | Michaela Schäfer (Sängerin)
Wurde am 19. Juni 1945 in Halle geboren. Sie war Schlagersängerin im Duo Nina & Mike.
Bekannt wurden Nina & Mike durch die Lieder "Paloma Blanca", "Fahrende Musikanten" und "Mit dem Südwind um die Welt".
Kai Pflaume (Talkmaster, geb. 27. Mai 1967 in Halle)
Am 27. Mai 1967 in Halle geboren, aufgewachsen in Leipzig. Wehrdienst bei der
Marine auf der Insel Rügen. Studium der Informatik in Magdeburg.
Flucht 1989 von Ungarn nach Westdeutschland.
In Frankfurt/Main Ausbildung als Wertpapierkaufmann.
Vielbeachteter Auftritt bei der ARD-Single-Show "Herzblatt".
Wird von John de Mol entdeckt und bekommt von ihm 1993 die Show
"Nur die Liebe zählt". Kai Pflaume gibt die Broker-Laufbahn auf
und ist seither Moderator (u.a. "Nur die Liebe zählt").
Conny Pohlers (Fussballerin, geb. 16. November 1978)
Conny Pohlers ist Spielerin in der deutschen Frauen-Fussballnationalmannschaft und hat 2003 mit
den Weltmeistertitel geholt. Sie spielt wieder beim 1. FFC Turbine Potsdam nach einem
Abstecher in den USA, hat ihre Fussball-Karriere allerdings in Halle-Neustadt begonnen.
Außerhalb ihrer sportlichen Laufbahn ist sie Soldatin.
Ragna Schirmer (Pianistin / zweifache Bach-Preisträgerin, geb. 1972 in Hildesheim)
Mit Ragna Schirmer ist Halle vor einigen Jahren eine herausragende Pianistin zugeflogen.
Sie hat in Hannover und Paris studiert sowie Meisterkurse bei Tatjana Nikolaewa,
bei Andrzej Jasinski und Jan Ekier absolviert. Besondere Aufmerksamkeit erregte die
Künstlerin beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig,
den sie 1992 und 1998 gewann. Sie erhielt damit
zweimal den Titel "Bachpreisträgerin", was bisher noch keinem
Pianisten gelungen ist. 1999 schloss sie ihre Solistenausbildung mit
dem Konzertexamen ab. Ragna Schirmer konzertiert im In- und Ausland
und trat mit zahlreichen Orchestern in bekannten Konzertsälen Deutschlands
und Europas auf. Von den Rundfunk- und Fernsehaufnahmen in Deutschland,
Italien, England, Polen und der Tschechischen Republik fanden u.a. die
"Goldberg-Variationen" von Bach besondere Beachtung.
Peter Sodann (Schauspieler, Polizeiruf-Kommissar)
Als Tatort-Kommissar Ehrlicher ist er bekannt. Als Ziehvater der deutschlandweit
einzigartigen Kulturinsel "Neues Theater" mit drei Bühnen, Café, Theaterkneipe
Galerie und umfangreicher Bibliothek aus DDR-Literatur (sie entstand seit 1981 aus einem alten
Kinosaal) hat sich der kauzige "König" in Halle viele Bewunderer, aber auch viele Neider gemacht.
Am 1. Mai 1936 in Meißen geboren, in Weinböhla bei Dresden aufgewachsen.
Lehre als Werkzeugmacher. 1954 bis 1957 Studium an der Arbeiter und Bauernfakultät (ABF) in Halle.
Jurastudium in Leipzig, 1959 Wechsel an die Theaterhochschule Leipzig.
Während des Studiums leitete er das Kabarett "Rat der Spötter".
Das Kaberett wurde 1961 aufgelöst, Sodann wegen "staatsfeindlicher
Hetze" verhaftet, vom Schauspielstudium ausgeschlossen und zu zwei
Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Haftentlassung 1962 Lehre als Spitzendreher.
1963 erneute Immatrikulation an der Theaterhochschule in Leipzig.
Seit 1964 Theaterengagements in Berlin (mit Helene Weigel), Erfurt, Karl-Marx-Stadt
(heute wieder Chemnitz), Moskau, Magdeburg, Halle.
Schon in den 70er Jahren war Sodann ein geschätzter Regiesseur und Schauspieler.
Seit 1980 Leben und Arbeit in Halle. Seit der unrühmlichen Trennung von seinem
Lebenswerk "neues theater" in Halle verstärkt in Merseburg aktiv.
Ströbele, Hans-Christian (Politiker, geb. 1939 in Halle/Saale)
Vater Chemiker in Schkopau (Buna-Produktion). 1945 nimmt die US-Armee bei ihrem Rückzug an
die Zonengrenze deutsche Akademiker und deren Familien mit und setzt diese, darunter
Familie Ströbele, in der Westzone ab.
Rechtsanwalt, der für DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestages sitzt.
Ströbele zählt zur Partei-Linken und ist vehementer Gegner von Einsätzen der Bundeswehr im Ausland.
Wagner-Michel, Annett (Schachmeisterin)
Wurde 13. Mai 1955 in Halle geboren. War Internationaler Meister der Frauen 1975, DDR-Meisterin 1981 und 1983 sowie beste Blitzschachspielerin in der DDR 1988 und 1990.
Hallesche Originale
Epperlein (Epper), Arthur (1919-1995, populärer hallescher Cartoonist)
Mindestens ein Büchlein seiner witzigen Zeichnungen gehörte in
eine gut sortierte DDR-Heimbibliothek. Liebevoll nahm der Hallenser
Epper (er selbst gab sich diesen Künstlername) Alltagssituationen, menschliche Schwächen und Fantasien auf die Schippe.
Zither-Reinhold alias Reinhold Lose (1878-1964, Straßenkünstler)
In Glaucha arm geboren wollte er Pastor werden. Eine tückische Krankheit in seinem neunten Lebensjahr verurteilte ihn zu lebenslanger Einfalt. Seinen Lebensunterhalt
bestritt er erst mit dem Spiel eines Leierkastens, später einer Zither. Zither-Reinhold kannte jeden Winkel der Stadt und war selbst stadtbekannt. Kinder
liebte er besonders und so verzieh er ihnen sogar, dass sie seinen Leierkasten
zerschunden. Zusammengekrümmt, über seine Zither gebeugt, einen Tabakstummel im Mund und eine Brille auf der Nase saß
er zuletzt vor dem Kaufhaus der 1000 kleinen Dinge am Marktplatz. Reinhold wollte immer draußen unter Menschen sein.
Am 16. November 1964 fand der inzwischen hochbetagte Mann ein jähes Ende. Er starb bei einem Verkehrsunfall.
Halle ehrt sein Original heute mit einem kleinen Brunnen in der Haupteinkaufsmeile in der unteren Leipziger Straße.
verstorbene Promis
Amo, Anton Wilhelm (18.Jh., Wissenschaftler aus Afrika)
Der erste afrikanische Wissenschaftler in Europa schrieb sich 1727 an der
Friedrichs-Universität in Halle (heute Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) ein.
Anschütz, Gerhard (Staatsrechtler, 1867 in Halle - 1948 in Heidelberg)
Er war ein deutscher Staatsrechtslehrer und Kommentator der Weimarer Verfassung.
Baumgarten, Sigmund Jacob (1706-1757, Theologe)
"Die Krone der deutschen Gelehrten" (Voltaire). Repräsentant der theologischen Aufklärung (Neologie),
Boelcke, Oswald (1891-1916, Jagdflieger)
War einer der erfolgreichsten deutschen Jagdflieger im Ersten Weltkrieg. Er war der erste, der Gegner systematisch jagte.
Eckstein, Friedrich August (1810-1885, Philologe und Pädagoge)
In Halle geboren. 1820 wurde er als Halbwaise in das Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen zu Halle Saale aufgenommen.
Eckstein war Lehrer an verschiedenen Lehreinrichtungen in Halle. Er war Mitglied der Freimaurerloge "Zu den drei Degen".
Von 1863 bis 1881 war er Rektor der Thomasschule zu Leipzig.
Ehrenbürger der Stadt Halle.
Eichendorff, Freiherr Joseph von (1788-1857, Lyriker und Erzähler)
Vertreter der deutschen Romantik. War von Mai 1805 bis Juli 1806 an der juristischen Fakultät in
Halle eingeschrieben. Besuche führten ihn zu Johann Friedrich Reichardt im
Giebichensteiner Dichterparadies, dem Treffpunkt der deutschen Romantik
(Ludwig Tieck, Clemens Brentano, Achim von Arnim, Jean Paul, Johann Wolfgang von Goethe).
Von Eichendorff stammt das Gedicht "Bei Halle", dessen erste Strophen viele Hallenser
auswendig wissen ("An der Saale hellem Strande ...").
An Vers und Dichter erinnert ein Stein auf den Klausbergen im Norden von Halle.
Einbeck (von), Conrad (um 1358 - um 1428)
Steinmetz und Bildhauer.
Erxleben, Dorothea Christiane (1715-1762, Ärztin)
Erste Frau in Deutschland mit Doktortitel. Sie erwarb ihn an der Uni Halle am 12. Juni 1754.
Nach ihr ist in Halle eine Kaserne benannt, in der bis Mitte 2003 ein Sanitätsregiment
der Bundeswehr stationiert war.
Feininger, Lyonel (1871 - 1956, Maler, Grafiker, Baukünstler)
Er schuf im Auftrag der Stadt und aus eigener Leidenschaft 29 Zeichnungen und elf Gemälde
von Motiven in Halle, die bei den Nazis allesamt als "entartete Kunst" vernichtet
wurden. Nur die Bilder "Marienkirche mit dem Pfeil" und "Dom"
können heute wieder in der Staatlichen Galerie Moritzburg besichtigt werden.
Feiningers Atelier befand sich im Obergeschoss des Torturms der Moritzburg - auf den gerasterten Blick durch die
Butzenglas-Fenster seines Ateliers wird seine spezielle Art zu malen zurückgeführt.
Gewohnt hat Feininger in der Händelstraße.
Forster, Johann Reinhold (1729-1798, Wissenschaftler, Weltumsegler)
Nach der schulischen Ausbildung im Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin studierte
er von 1748 bis 1751 an der Theologischen Fakultät in Halle.
Eine Anstellung als Lehrer führte ihn später nach England, ehe er mit
seinem Sohn Georg an der von 1772 bis 1775 dauernden Weltumseglung unter dem
Kapitän James Cook teilnahm. Im Jahre 1777
erschien die von ihm verfaßte Beschreibung der Fahrt zuerst in englischer und 1778
auch in deutscher Sprache. Selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, gelang
es seinem Sohn, eine Professur für Naturgeschichte und Mineralogie an der halleschen
Universität für den Vater zu erlangen. Hier wirkte er ab 1780 und erlangte große
Verdienste um den Botanischen Garten. Durch vielfältige Kontakte versorgte er diesen
mit Samen und Pflanzen aus aller Welt.
Francke, August Hermann (1663-1727, Pietist, Pädagoge)
Er lebte und arbeitete seit 1691 in Halle und entwickelte sich
zu einem bedeutenden Vertreter des deutschen Pietismus.
In Halles Elendsvorort Glaucha gründete er auf der Basis großzügiger Spenden
und schließlich der ausdrücklichen Billigung und Unterstützung des preußischen Königs
Europas erste Schulstadt, die Franckeschen Stiftungen, eine Mitte des 19. Jahrhunderts beispiellose
Einrichtung mit einem guten Ruf in ganz Europa. Er förderte
Bibel- und Fremdsprachstudium sowie die Erkundung der Welt. Andererseits war er entschiedener Gegner der
lutherischen Orthodoxie und der Aufklärung.
Gall, Wladimir (1919-2011, Germanist und Kulturoffizier)
Ab 1936 studierte der in Charkow (Sowjetunion, Ukrainische SSR) Geborene in Moskau Germanistik. Einer seiner Lehrer war der russische Germanist Lew Kopelew.
1941 meldete er sich freiwillige zur Roten Armee und zog in den Großen Vaterländischen Krieg. In die Geschichtsbücher ging er ein,
als er im Mai 1945 als Parlamentär mit verhinderte, dass Hunderte Zivilisten im Kampf um die Zitadelle in Berlin-Spandau sterben.
Nach dem Kriegsende 1945 bis zum Jahr 1948 war Gall Kulturoffizier bei der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) für die Provinz Sachsen in Halle.
Unter seiner Leitung wurde unter anderem das von einer Bombe getroffene Stadttheater (Opernhaus) wieder eröffnet.
Sein Leben, das ihn auch nach Halle führte, beschrieb Gall in zwei Büchern: "Mein Weg nach Halle" (1988) und "Moskau - Spandau - Halle.
Etappen eines Lebensweges" (2000). Gall war auch später wiederholt in Deutschland und in Halle.
Gocht, Hermann (1869-1938, Orthopäde, Chirurg)
Führte die Röntgen-Diagnostik in die Orthopädie ein.
Gründete die orthopädische Klinik der
Uni Halle, die Krüppel-Heil- und
Bildungs-Anstalt in Halle und die Deutsche Röntgengesellschaft.
Goetz, Curt (1888-1960, Schauspieler und Bühnenautor)
Aufgewachsen in Halle. 1939-1945 Emigration nach Hollywood; schrieb erfolgreiche Komödien,
die mehrfach verfilmt wurden.
Händel, Georg Friedrich
(1685-1759, Komponist von Weltruf)
Geboren in Halle, gestorben in London. Erste Organisten-stelle in Halle. 1703 Geiger und Cembalist
am Hamburger Opernhaus. 1705 erste Oper "Almira". Italien-Reisen 1706-10. 1711 Wechsel nach
London. Für das in königlichem Auftrag gegründete Opernhaus schrieb Händel in den Jahren
1720-28 vierzehn spätbarocke italienische Opern, darunter "Julius Caesar" und
"Tamerlan". Trotz international Ruhms war Händel in finanziellen Nöten.
Ab etwa 1740 widmete sich Händel zunehmend der Komposition von Oratorien. Unter den 22 Werken
dieser Gattung ist der "Messias", mit dem "Halleluja" das bis heute bekannteste
und meistaufgeführte Chorwerk des Meisters. Nach Händel sind in Halle einige Bauwerke benannt.
Ein Händeldenkmal steht auf dem Marktplatz zu Halle. Die Händelfestspiele
locken Jahr für Jahr tausende Kunstfreunde aus ganz Europa an. Seit einigen Jahren
gibt es in Zappendorf (Saalekreis / Weinbaugebiet Mansfelder Seen) einen Händel-Weinberg.
Er wurde angelegt, nachdem Familienforscher darauf gestoßen waren, dass Händels Vater
dort einen Weinberg hatte.
Hoffmann, Friedrich (1660-1742, Arzt / Hoffmanns Tropfen)
In Halle geborener Sohn eines Arztes. Verlor mit 15 Jahren innerhalb einer
Woche seine Eltern und die älteste Schwester.
1678-1681 Studium der Medizin an der Uni Jena. Bildungsreise durch Holland und England.
Ab 1685 in Minden Garnisonsarzt und später Hofmedikus.
1693 Rückkehr nach Halle mit der Aufgabe, eine Medizinische Fakultät zu gründen. Seinem europäischen Ruf als ausgezeichneter Praktiker und Wissenschaftler verdankte die Fakultät ihre
erste Blüte. Viele Fürsten suchten seinen Rat. Von 1709-1712 war Hoffmann gar Leibarzt
Friedrichs I. in Berlin. In Anerkennung seiner Leistungen wurde er als Mitglied der Leopoldina,
der königlich-preußischen Akademie in Berlin, der Britischen Sozietät in London und der
Russischen Akademie in Petersburg berufen. Unvergessen sind auch heute noch die als Magenmittel
bekannten "Hoffmann’s Tropfen".
Jacoby, Helmut (1926-2005, Architekt)
Einer der bekanntesten Architekturzeichner des 20. Jahrhunderts wurde in Halle Saale geboren und starb auch da.
Die längste Zeit seines Lebens verbrachte er in den Metropolen der Welt, vor allem in Amerika.
Zuvor studierte er Maschinenbau in Berlin und Architektur in Stuttgart und Harvard. Die Unzufriedenheit mit dem Architekturstudium
in Deutschland trieb Jacoby in die USA. Er verdiente seine Brötchen als freiberuflicher Präsentationszeichner
und kam 1968 nach Deutschland zurück. mehr
Jost, Wilhelm (Architekt, 1874 Darmstadt - 1944 Halle/Saale)
Kardinal Albrecht von Brandenburg (1490-1545, einflussreicher Kirchenfürst)
Erzbischof zu Magdeburg, Kurfürst zu Mainz, mächtigster Kirchenfürst seiner Zeit -
Typus: humanistisch gesinnter Renaissance-Herrscher. Einer der Widersacher Martin Luthers.
Wollte Halle, seine Lieblingsresidenz, gegen die Reformation als katholische Festung ausbauen. War mit seinem Gehilfen, dem ehemaligen
Großinquisitor von Polen Tetzel, maßgeblich am Ablasshandel beteiligt, mit dem der Bau des
Papstsitzes, des Petersdoms in Rom, finanziert wurde. Zu seiner Zeit ging es in Halle mitunter prächtiger zu
als am Kaiserhof. Albrecht förderte das Kunst- und Geistesleben und drückte
Halle seinen Stempel auf unter anderem beim Umbau des Doms, dessen First er im
Stile venezianischer Baukunst in eine weithin sichtbare Abfolge großer Bögen überformen ließ.
Residierte in der Moritzburg (heute "Staatliche Galerie Moritzburg" mit
bedeutender Kunstsammlung). Soll außerdem eine Absteige im "Kühlen
Brunnen" (Siehe Hans von Schönitz) gehabt haben, wo es ihm eine
italienische Sängerin angetan haben soll.
Der hallesche Bildhauer und Burg-Professor Bernd Göbel hat den
unzüchtigen Lebenswandel des Kardinals in einem Brunnen verarbeitet. Das
Kunstwerk, der so genannte Göbelbrunnen, steht auf dem Hallmarkt (zwischen Marktkirche und Händelhalle).
Klemperer, Victor (1881-1960, Literaturwissenschaftler)
Er war nach 1945 Professor in Halle und wurde weltweit bekannt durch sein
Werk "LTI" (Lingua Tertii Imperii - Sprache des Dritten Reiches) und
seine Tagebücher.
Knauthe, Martin (Architekt, 1889 Dresden - 1942 Sowjetunion)
Günthi Krause (1932-2012, Conferencier)
Geboren am 9. Februar 1923 in Halle. Als Spaßmacher und Ansager zu DDR-Zeiten war er viele Jahre eine der Geheimwaffen des Steintor Varietés.
Kühn, Julius (1825-1910, Agrar-Wissenschaftler)
Begründer des landwirtschaftlichen Universitätsstudiums
in Deutschland (1862) und eines entsprechenden Institutes in Halle.
Verschaffte letzterem durch praxisbezogene Forschungsarbeit einen guten Ruf,
der bis in neuere Zeit anhielt. Urheber des Museums für Haustierkunde
"Julius Kühn", eine der weltgrößten Haustierskelettsammlung mit
Kuriositäten: Kalb mit zwei Köpfen, dreigehörnter Ziegenbock ...
Andreas Libavius (1555 in Halle geb., Alchimist)
Mitbegründer der modernen Chemie. 1597 wurde seine bekannteste Abhandlung, die „Alchemia“, das erste systematische Buch
der Chemie, herausgegeben. Er beschreibt darin unter anderem die Umwandlung chemischer Elemente in andere chemische Elemente
(Transmutation). mehr
Lafontaine, August (1758-1831, Schriftsteller)
Zu Lebzeiten enorm populärer Schriftsteller aus Halle, der mit Unmengen an Trivialliteratur die Herzen vieler Leser eroberte und dabei sogar einem Goethe den Rang ablief.
Loewe, Carl (1796-1869, Komponist mit Weltruf)
Der geborene Löbejüner (Saalkreis) war von 1809 bis 1817
Schüler der Franckeschen Stiftungen zu Halle und Mitglied im
des dort ansässigen Stadtsingechors. Der studierte Theologe machte
sich mit zahlreichen Balladen - darunter so bekannte Balladen wie
"Erlkönig" und "Edward" - einen Namen.
Seine Büste steht auf dem Gelände der
Franckeschen Stiftungen.
Dem Künstler zu Ehren veranstaltet die Stadt Löbejün
alljährlich weltweit beachtete Konzerte (Carl-Loewe-Gesellschaft).
Ludwig der Springer (1042-1123, Wartburg-Gründer)
Ludwig II. der Springer gründete die Stadt Eisenach und erbaute um 1067
zur Sicherung des Besitzes die Wartburg. Er vermehrte seinen Besitz in
vielen Fehden, besonders gegen die Erzbischöfe von Mainz,
baute rigoros die Vormachtstellung seiner Familie in Thüringen aus.
1085 ermordete er den Pfalzgrafen Friedrich von Sachsen und heiratete
dessen Witwe Adelheid. Ludwig versuchte eine starke Territorial-macht
zu errichten, wurde aber von Heinrich IV. unterworfen und in Haft gehalten.
Als er auf der Burg Giebichenstein bei Halle gefangengehalten wurde,
soll er sich durch einen Sprung mit dem Pferd in die Saale gerettet haben.
Meinhof, Werner (1901-1940 in Halle/Saale geb.)
Vater von Ulrike Meinhof, dem späteren RAF-Mitglied.
War ein deutscher Kunsthistoriker, Pädagoge, Theologe und Lyriker. Er leitete von 1927 bis 1933 das Museum Oldenburg und von 1936 bis 1939 das Stadtmuseum in Jena. Grab auf dem Laurentius-Friedhof in Halle/Saale.
mehr dazu hier auf händelstadt-halle.de
Möller, Fritz (1860-1923, Fotograf)
Fotografierte Halle. Bei der Weltaustellung 1900 in Paris erhielt er für seine physiognomische Tafeln die Goldmedaille. Ein Teilnachlass seiner Fotoglasplatten kam zu
DDR-Zeiten bei einer Entrümpelungsaktion zum Vorschein.Über Möller, sein Leben und sein Wirken sind beim Stadtlicht-Verlag Halle zwei Bücher erschienen.
Muhlenberg, Frederick Augustus
Der Hallenser zog in den Kontinentalkongress und später in das
Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten von Amerika ein.
1789 war er einer der Unterzeichner der "Bill of Rights",
einem Verfassungszusatz der USA, in dem die Grundrechte niedergelegt wurden.
von Nathusius, Susanne Philippine (1850-1929)
Sie war eine Portraitmalerin in Halle und Paris. Sie wurde mehrfach für ihre Werke ausgezeichnet.
Reichhardt, Johann Friedrich (1752-1814, Komponist + Publizist)
Reichardts Wohnsitz entwickelte sich zur Herberge der Romantik.
An Goethes Besuche erinnern verschiedene Gedenksteine. Reichardts Wohnhaus
ist heute nicht mehr vorhanden. Legte 1794 einen heute nach ihm benannten, englischen Garten an, den die Stadt
1902 erwarb.
Reil, Johann Christian (1759-1813, Anatom, Physiologe)
Bedeutender Mediziner, Mitbegründer der Berliner Charité. Professor in Halle.
Gründete in Halle ein Solbad und das erste bürgerlich-öffentliche
Theater der Stadt.
Riebeck, Carl Adolph (1821-1883, hallescher Rockefeller)
Pionier der Industriellen Revolution. Deutscher Rockefeller - erst Bergarbeiter, dann führender hallescher Kapitalist,
Förderer des technischen Fortschritts in der Braunkohlen- und Mineralölproduktion und Wegbereiter der chemischen Industrie in
Mitteldeutschland.
Halles größter Kreisverkehr ist nach ihm benannt (Riebeckplatz, zu DDR-Zeiten Thälmannplatz).
Rive, Richard Robert (1864-1947, herausragender OB von Halle)
Achtes Kind des deutschen Kaufmanns Hugo Rive in Neapel.
Abschluss des Studiums der Rechte und Volkswirtschaft mit dem Prädikat
"ausgezeichnet". Seine kommunalpolitische Laufbahn begann Rive
1899 in Breslau. Wurde von der halleschen Stadtverwaltung umworben.
Seit 1906 in der Stadtverwaltung von Halle tätig, wird er 1908 OB.
Konservativer Politiker mit besten Verbindungen in höchste politische
Kreise des Deutschen Reiches. Halle erlebte während seiner Amtszeit
eine rege Bau- und Modernisierungstätigkeit.
Schleiermacher, Friedrich Daniel (1768-1834, ev. Theologe + Phil.)
1804 Universitätsprofessor und 1809 Universitätspfarrer in Halle.
Wichtiger Vertreter des deutschen Idealismus und bedeutendster evangelische Theologe des 19. Jahrhunderts.
Schönitz, Hans von (1493-1535 Rechte Hand von Albrecht)
Ein wahrer Lebemann, der viel Geld verprasste und reichlich Frauen hatte. Eigentümer des
"Kühlen Brunnen", eines prächtiges Gebäudeensemble
in Halles Stadtzentrum, das er am einstigen Standort eines Freudenhauses,
des "Tittenklapp" errichten ließ. Er wurde geköpft, nachdem er mit einer Mitresse seines Günstlings,
des Kardinals Albrecht, (angeblich) erwischt worden war.
Die halleschen Autoren Christina Seidel und Kurt Wünsch haben ein
Buch zu "Aufstieg und Fall es Hans von Schönitz" herausgegeben.
Selmnitz (von), Felicitas (1488-1558)
erste bekennende Lutheranerin in Halle
Christoph Semler (1669-1740)
Theologe, Mathematiker und Philosoph, Gründer der ersten Realschule im Deutschen Reich, unvollendet blieb sein
Perpetuum Mobile.
Strobardt, Henning (1385-1456)
kühner Stadthauptmann von Halle
Schwetschke, Carl August (1759-1839, Verleger und Buchhändler)
Schwetschke war ein Vorkämpfer eines modernen Buchhandels- und Verlagsrechts (z.B. gegen wildes Nachdrucken) von
internationalem Rang und Namen. Fusion durch Heirat mit der Firma Gebauer (Verlags-Druckerei) zum Verlag "Gebauer & Schwetschke" mit
Firmensitz in der Großen Märkerstraße 10 (heute Stadtmuseum). Zu DDR-Zeiten zuletzt das Werk II der Druckerei der halleschen
Zeitung "Freiheit" (Nachfolger "Mitteldeutsche Zeitung").
Thomasius, Christian (1655-1728, Jurist und Philosoph)
In Leipzig geborener "Vater der deutschen Aufklärung".
Nach Studium Jura- und Philosphiestudien in Leipzig und Frankfurt/Main
Advokat in Leipzig. Seit 1690 Vorlesungen in Halle.
Geistiger Vater der halleschen Universität im Sinne der
Frühaufklärung. Verfasste mehr als 300 akademische Schriften.
Setzte sich erfolgreich für die Abschaffung der Hexenprozesse
und der Folter ein. 1709 wurde er zum geheimen Justizrat berufen
und im Jahr darauf zum Direktor der Uni Halle auf unbegrenzte Zeit ernannt.
Setzte sich für die Reform des römisch geprägten Rechtswesens
zugunsten des Naturrechts und des deutschen Rechtes ein.
Ule, Otto Eduard Vincent (1820-1876, Begründer der halleschen Feuerwehr)
Sohn eines Predigers. Naturforscher. Populärwissenschaftlicher Publizist unter anderem in der
Wochenzeitschrift "Natur". Privatgelehrter und Stadtverordneter.
Am 11. April 1871 ließ er auf der Würfelwiese drei Friedens-Eichen zum Gedenken des eben
zu Ende gegangenen deutsch-französischen Krieges (1870/71) pflanzen, in deren Mitte genau ein Jahr
später ein Gedenkstein gesetzt wurde.
Wittrisch, Marcel (1903-1955, Kammersänger)
Tenor der 20er/30er Jahre. 1925 Debüt in Halle, später Deutsche Staatsoper Unter den Linden zu Berlin
mit Glanzpartien unter anderem als Rudolf in La Boheme, Tamino in Zauberflöte
und im Lohengrin. Bekannt wurde Wittrisch auch durch Film und Schallplatte.
Wucherer, Ludwig (1790-1861, Unternehmer)
In Halle geboren als Sohn des Kammerrates und Fabrikanten Matthäus Wucherer.
Kaufmännische Ausbildung in Breslau und Berlin.
1812 Übernahme des Familienunternehmens.
Entwickelte die Golgasdruckerei zu einem florierenden Unternehmen.
Berufung als Stadtrat und Kämmerer für die Jahre 1819-1829.
Gründete 1826 das "Komitee zur Beförderung der
Halleschen Schiffahrt", 1833 den "Verein für den Halleschen
Handel" und 1845 einem Handelskammervorläufer.
Nahm maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung Halles zu einem der
Eisenbahnknotenpunkte in Preußen.
Nach Wucherer ist in Halle eine Straße benannt. Seine sterblichen
Reste liegen auf dem Stadtgottesacker.
(Ober)bürgermeister von Halle seit 1798
1798 - 1808: Christian Friedrich Christoph Stelzer
1808 - 1827: Ludwig Carl Heinrich Streiber
1827 - 1837: Dr. Carl Albert Ferdinand Mellin
1838 - 1842: Johann Ferdinand August Schröner
1843 - 1855: Karl August Wilhelm Bertram
1856 - 1880: Franz von Voss
1880 - 1881: Richard Wilhelm Bertram
1882 - 1906: Gustav Staude
1906 - 1933: Dr. Richard Robert Rive
1933 - 1945: Dr. Dr. Johannes Weidemann
1945: Dr.-Ing. Dr. Theodor Lieser
1945 - 1946: Heinrich Mertens
1946 - 1951: Karl Pretsch
1951 - 1955: Kurt Roßner
1955 - 1957: Herbert Schuberth
1957 - 1984: Hans Pflüger (27 Jahre, längster OB von Halle)
1984 - 1989: Christoph Anders
1989 - 1990: Eckhard Pratsch
1990 - 1991: Peter Renger
1991 - 2000: Dr. Klaus Peter Rauen (CDU)
2000 - 2006: Ingrid Häußler (SPD)
2006 - heute: Dagmar Szabados (SPD)
umstrittene Promis
Becker, Rolf
("Drehorgel-Rolf", weltreisender Trabi-Mann)
Der bisher einzige Trabifahrer, der alle Kontinente besucht hat.
Er ist das wohl bekannteste Original des Ostens. Der skurrile Aktionskünstler
hat zwölf Einträge im Guinnessbuch der Rekorde unter anderem mit
den spektakulären Trabitouren Paris-Dakar und Halle-Hollywood sowie den
Badewannen-Fahrten auf der Elbe. RTL hat den Mann mit Melone, gelber Blume und
Trompete zum "durchgeknalltesten Typen der Republik" gekürt.
Der studierte Verkehrsingenieur will auffallen. Das ist sein Leben und sein
Geschäft. Dass er dafür 2003 sogar zwei Trucks an einem Trabi
ziehen ließ (der Trabi hielt, nur eine Achse riss ab), ist indes nicht die
erste Aktion, die ihn in den Reihen vieler Trabi-Fans Kopfschütteln,
mitunter sogar Hass eingebracht hat. Schon in der DDR war D-Rolf ein Querkopf,
der deswegen von offizieller Seite öfter Schwierigkeiten bekam.
Käsebier, Christian Andreas (1710 - um 1790, Meisterdieb)
Sohn eines halleschen Stallmeisters. Wuchs in der Fleischergasse, heute Mittelstraße
auf. Dieb und Räuberhauptmann, der mehrfach gefasst, nie gehängt und
immer wieder entkommen ist. Er überlistete sogar Friedrich den Großen,
den er durch eine List an der Einnahme der bereits eingeschlossenen böhmischen
Metropole Prag hinderte. Es gibt einen DEFA-Film mit Manfred Krug als Käsebier ("Die gestohlene Schlacht").
Film dazu auf Youtube
Luckner, Felix Graf von (1881-1966, Weltreisender, Pirat, Logenbruder)
Der schillernde Erzähler und Entertainer (konnte Telefonbücher
zerreißen), ein gebürtiger Sachse, verbrachte einige Jahre in Halle.
Er verhinderte mit anderen Hallensern 1945 die Bombardierung der Stadt durch die Amerikaner.
Über die Umstände des Einzugs der so genannten Timberwölfe nach Halle
berichtet ein Buch des halleschen Juristen Matthias Maurer. Zur Beerdigung seines Halbbruders Carl war Luckner letztmals 1964 in Halle.
Umstrittene Aussagen eines so genannten Ehrengerichts der SS, wonach Luckner Unzucht mit
Minderjährigen gehabt haben soll, haben seine Ehrung in Halle bisher behindert.
2008 ist Luckners ehemaliges Piratenschiff "Seeadler" bei einer Russin in St. Petersburg ausgemacht worden.
Prominente in der DDR
Dreilich, Herbert (1942-2004, Frontmann Gruppe Karat)
Der Frontmann der Gruppe "Karat" ("Über sieben Brücken musst Du gehn"), Herbert Dreilich, wuchs in Großbritannien und der Bundesrepublik auf. 1959 kam er in die DDR und nach Halle (Saale). Dort absolvierte er eine Ausbildung als Gebrauchswerber und arbeitete auch zeitweise in dem Beruf. 1960 begann sein Bandleben. Er spielte er Gitarre in Amateurgruppen wie den Jazz Youngsters, bei Reinhard Lakomy und den Music-Stromers. Mit der LP "Der blaue Planet" (1982) räumte er die erste Goldene Schallplatte in Westdeutschland ab. Nach einem Schlaganfall 1997 und der Magenkrebs-Diagnose 2003 starb er 2004. Sein Sohn, Claudius Dreilich (geb. 1970 in Halle), ist inzwischen in seine Fußstapfen getreten, nachdem er es als gelernter Einzelhandelskaufmann beim schwedischen Möbel-Weltkonzern IKEA bis in die Chefetagen in Russland und Österreich gebracht hatte.
Ermisch, Luise (geb. 1916, Vorzeigesozialistin)
Die Leiterin eines volkseigenen Textilbetriebes gründete 1949 in den volkseigenen Halleschen Kleiderwerken die
Bewegung der "Brigaden der ausgezeichneten Qualität"
Falkenberg, IC (Musiker)
Mit zehn Jahren Solist war IC Falkenberg, eigentlich Ralf Schmidt, im Stadtsingechor Halle, Deutschlands ältestem Knabenchor und in Opernrollen am Landestheater.
Seine erste Band hatte er mit 14 Jahren. Er war Frontmann der Combo "Stern Meißen". 1985 startete er das Soloprojekt IC Falkenberg.
Frohberg, Fred (1925-2000)
Fred Frohberg wurde 1925 in Halle geboren. Er war ein vielseitiger Künstler und in der DDR sehr beliebt. Die Grundlage für seine Musikerlaufbahn
wurde 1937 gelegt, als er als Sängerknabe im Halles Stadtsingechor begann. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem er ein Bein verlor, studierte er in Erfurt
Gesang und Gitarre. Seinen beruflichen Einstieg hatte er beim Rundfunk-Tanzorchester Leipzig. Als Schlagerstar gewann er 1962 das Schlagerfestival der
Ostseeländer in Rostock. Häufiger Gast war Frohberg bei der DDR-Fernsehunterhaltungssendung "Ein Kessel Buntes" und deren Vorläufer
"Da lacht der Bär". 1967 gründete er das "Ensemble 67". In den 1980er und 1990er Jahren war er wieder als Solist unterwegs
ehe er nach schwerer Krankheit im Jahr 2000 in Leipzig starb.
Gilde, Werner (1920-1991)
Professor Werner Gilde war ein international anerkannter Experte für Schweißtechnik. Er wuchs in Westdeutschland auf. Nach seinem Studium der Metallkunde, Mineralogie und Physik in Göttingen
ging er 1948 in die SBZ (1949-1990 DDR), wo er zunächst als Leiter der Gütekontrolle in der Maxhütte Unterwellenborn (seit 2007 spanische Grupo Alfonso Gallardo) arbeitete.
Die Maxhütte war der einzige Roheisenproduzent in der Sowjetischen Besatungs Zone (SBZ). Nach kurzzeitige Abteilungsleitung im Eisenforschungsinstitut Hennigsdorf kam er Ende 1953 nach Halle,
wo er Direktor des Zentralinstituts für Schweißtechnik (ZIS) wurde. Er leitete das ZIS bis zu seiner Pensionierung 1985.
Mit einer im ZIS gebauten Kunststoff-Segelyacht (der ersten in der DDR) unternahm er zusammen mit seiner Ehefrau Henriette weite Reisen im Ostseeraum. 1971 wurde Gilde Meister der DDR im Hochseesegeln,
ein von ihm sehr intensiv betriebenes Hobby auf der Ostsee. Außerdem betätigte er sich im Reitsport.
Götting, Gerald (geb. am 9. Juni 1923 in Nietleben/Halle, lebt in Berlin)
War langjähriger Vorsitzender der CDU und Präsident der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).
Besuchte als Schüler die Latina der Franckeschen Stiftungen zu Halle. Übergab im Jahr 2010 Teile seines Privatarchivs
an das Stadtarchiv seiner alten Heimatstadt Halle. 1962 war es dann soweit: Am 3. April konnte die erste Herz-OP der DDR
erfolgreich abgeschlossen werden.
Günther, Siegwart Horst (geb. 24. Februar 1925 in Halle Saale)
Deutscher Tropenmediziner und Forscher zum Krankheitsbild durch Uranmunition.
Günther war in der NS-Zeit Mitglied in der Widerstandsgruppe um Claus Graf Schenk von Stauffenberg und Häftling im KZ Buchenwald.
Er studierte von 1945 bis 1950 Humanmedizin in Jena, außerdem Philosophie und Ägyptologie. Es folgte eine tropenmedizinische Ausbildung in London und Liverpool. Von 1963 bis 1965 arbeitete er in Lambarene (Gabun) bei Albert Schweitzer, seinem Vorbild. Es folgten Tätigkeiten als Arzt in Ägypten, Syrien, Israel und Irak. Von 1990 bis 1995 lehrte und arbeitete er an der Universitätsklinik Bagdad im Irak, wo er habilitierte und Professor wurde.
Honecker, Margot (geb. Feist, DDR-Bildungsministerin, Frau von Erich Honecker)
Geboren am 17. April 1927 in Halle/Saale (Glaucha) als Tochter eines Schuhmachers
und einer Matratzen-Fabrikantin. Lehre als kaufmännische Angestellte,
dann als Telefonistin und Stenotypistin tätig. Die Frau des DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker war in der DDR Ministerin für Volksbildung
und hieß wegen ihrer geringen Bildung im Volksmund seinerzeit auch "Miss
Bildung". Die kompromisslose Frau setzte die politische Bildung der Kinder durch und
die Einführung des Wehrkundeunterrrichts an Schulen und Hochschulen.
Funktionärskarriere: Seit 1946 steiler Aufstieg in den politischen DDR-Organisationen FDJ und SED.
Seit 1955 in der DDR-Volksbildung. 1963 Ministerin
für Volksbildung. Rücktritt am 2. November 1989 im Zuge der politischen Wende in der DDR.
Zwei Tage später Austritt aus der SED-Nachfolgepartei PDS.
Fortan auf der Flucht vor der West-Journaille: Kirchenasyl, Beelitz,
Ende 1991 chilenische Botschaft Moskau (Tochter Sonja lebte seit Jahren in faschistischen Chile).
1992 Ausreise nach Chile. Wiedersehen mit ihrem krebskranken Mann 1993 (er starb im Frühjahr 1994) in Chile.
2000 Aufsehen durch das Buch "Das andere Deutschland - die DDR. Gespräche mit Margot Honecker",
dass die Geflüchtete mit Luis Corvalán, dem früheren KP-Chef Chiles, herausbrachte.
Horn, Rudolf (Möbel-Gestalter der DDR)
Rudolf Horn entwickelte das bekannte "Möbelprogramm Deutsche Werkstätten"
(MDW) Dresden-Hellerau und führte in der DDR Serienmöbel zum Selberbauen ein. 30 Jahre arbeitete der Professor an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle. Heute lebt er in Halle und Leipzig.
Müller, Herbert ("Schalen-Müller", 1918-1987 in Halle)
Erfinder der hyperbolischen (Stahlbeton)Platten (HP-Platten), wie sie in der DDR unter anderem für Brücken,
Turnhallen und Planetarien verwendet wurden. Eines der herausragenden Bauwerke auf Basis seiner Technik ist das Fahnenmonument
am Hansering in Halles Innenstadt.
Paulick, Richard (Architekt)
International anerkannter und bewanderter Chefarchitekt für Halle-Neustadt (1964-68).
War Architekt unter anderem auch in Shanghai (China).
Sindermann, Horst (1. Sekr. d. SED-Bezirksleitung Halle)
Horst Sindermann war Mitglied der SED und einer der führenden Politiker der
DDR. Er übernahm 1964 die Grundsteinlegung für die sozialistische
Musterstadt Halle-Neustadt. Verlor seinen Sohn,
einen passionierten Sportpilot, bei einem tragischen Flugzeugunfall Anfang der
1970er Jahre. Die Maschine des jungen Fliegers zerschellte auf einer Wiese
in einem Wohngebiet in der südöstlichen Neustadt.
Schober, Karl-Ludwig (1912-1999)
Schober wurde 1912 in Halle geboren, wo er auch starb. Er war der bekannteste Chrirurg der DDR und hatte die Entwicklung der
halleschen Herz-Lungen-Maschine (HLM) gearbeitet. Wegen der immensen Kosten und der Embargo-Politik des Westens musste die
DDR ungeachtet der internationalen Entwicklungen eine eigene HLM entwickeln.
Seit 2003 wird an renommierte Altersforscher alle zwei Jahre der Karl-Ludwig-Schober-Preis verliehen.
Sitte, Willi (Maler-Genie, Burg-Absolvent, DDR-Kulturfunktionär)
Hat aufgrund der Unfähigkeit der Stadtverwaltung in Halle, hinter dem Kulturfunktionär der DDR den überaus bedeutenden Maler zu erkennen, seit 2005 eine Galerie in Merseburg. Vorbilder Picasso und Léger.
Weineck, Fritz (der kleine Trompeter)
Fritz Weineck war Kommunist und wurde von seinen Kameraden liebevoll "Der kleine Trompeter" genannt.
Ein bescheidenes Bronzedenkmal und eine Gedenktafel befanden sich zu DDR-Zeiten am Rive-Ufer. Nach der Wende
wurde der Kleine Trompeter entfernt. Zuvor war die Figur mit Farbe besudelt worden.
Nazi-Prominenz (Halles dunkelstes Kapitel)
Heydrich, Reinhard Tristan Eugen (1904-1942, führender Nazi-Scherge)
Hervorragender Geiger, Fechter und Reiter. Wesentlicher Begründer und Vollstrecker
der so genannten "Endlösung der Judenfrage" (Massenmord an den Juden Europas).
1920 Aufnahme faschistischen Gedankengutes durch Kontakt mit den
reaktionären Freikorps. Dann Marine-Ausbildung. 1931 Kontakt zu Himmler und
Eintritt in NSDAP und SS. Baut den Sicherheitsdienst (SD) auf. 1933 entschiedener
Einsatz für Konzentrationslager (KZ). Seit 1934 Chef der Geheimen Staatspolizei
(Gestapo) in Preußen, seit 1936 im ganzen Deutschen Reich. 1939 SD, Gestapo und
Kripo werden zum Reichssicherheitshauptamt (RSHA) zusammengefasst. Heydrich
wird Chef. Er organisiert den Vorwand für den Krieg gegen Polen und die
Vernichtung der polnischen Eliten. Unter seiner Leitung beginnt die Deportation
von Regimegegnern und Juden. Im Januar 1942 beruft er die so genannte
Wannseekonferenz ein, wo die "Endlösung der Judenfrage"
beschlossen wird. Am 27. Mai 1942 wird der höchste SS-Repräsentant im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren auf dem Weg zu einem Büro auf dem Hradschin in Prag bei einem Attentat tschechischer Widerstandskämpfer schwer verletzt. Am 4. Juni 1942 erliegt er den Verletzungen. Heydrich bekommt ein Staatsbegräbnis. Die Besatzer üben grausame Rache. Das Dorf Lidice bei Prag machen sie dem Erdboden gleich. Die Zahl der Todesopfer aus Lidice beträgt 173 Männer erschossen am 10.06.1942 in Lidice, 19 Männer erschossen am 16.06.1942 in Prag, sieben Frauen erschossen am 16.06.1942 in Prag, 49 Frauen im KZ Ravensbrück zu Tode gefoltert, drei Frauen auf dem Todesmarsch umgekommen, 88 Kinder gezielt durch Auspuffgase vergiftet. Insgesamt werden 339 Menschen getötet.
(mehr)
Nosske, Gustav Adolf (1902 - um 1990, SS-Obersturmbannführer)
Anwalt, 1941/42 an Massenmordaktionen im Südwesten der Sowjetunion beteiligt mehr
Horst Schumann (Arzt, geb. in Halle, 1906-1983)
Schumann war an der Euthanasie und an Sterilisationsversuchen im KZ Auschwitz beteiligt.
Nazi-Gegner
Fabian von Schlabrendorff (1907-1980, Hitler-Attentäter)
Fabian von Schlabrendorff, geboren 1907 in Halle (Saale), gehörte zum
Kreis der Verschwörer des 20. Juli 1944 und war einer der wenigen
Überlebenden. Schon nach der Katastrophe von Stalingrad hatten er
mit Henning von Trescko ein unentdeckt gebliebenes Attentat geplant,
indem er am 13. März 1943 eine Zeitbombe in das Flugzeug Hitlers brachten.
Der Anschlag missglückte, weil der Zünder versagte.
Letzte Aktualisierung: 18.05.2011
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lebende Prominente:
Gerhard Adolph,
Paul Biedermann,
Uwe Bönsch,
Chu Tan Cuong,
Waldemar Cierpinski,
Hans-Dietrich Genscher,
Jürgen Günther,
Nina alias Michaela Schäfer,
Kai Pflaume,
Uta Kargel,
Ines Kuba,
Jens Bullerjahn,
Conny Pohlers,
Ragna Schirmer,
Peter Sodann,
Hans-Christian Ströbele,
Annett Wagner-Michel
hallesche Originale:
Epper(lein),
Zither-Reinhold
verstorbene Promis:
Amo,
Anschütz,
Baumgarten,
Eckstein,
Eichendorff,
Erxleben,
Feininger,
Forster,
Francke,
Gall,
Gocht,
Goetz,
Händel,
Jost,
Hoffmann,
Kardinal Albrecht,
Klemperer,
Knauthe,
Günthi Krause,
Julius Kühn,
Andreas Libavius,
August Lafontaine,
Carl Loewe,
Ludwig der Springer,
Möller,
Muhlenberg,
von Nathusius,
Reichhardt,
Reil,
Riebeck,
Rive,
Schleiermacher,
von Schönitz,
Schwetschke,
Selmnitz,
Semler,
Strobardt,
Thomasius,
Ule,
Wittrisch,
Wucherer
(Ober)Bürgermeister seit 1798
umstrittene Promis:Drehorgel-Rolf,
Käsebier,
Graf Luckner
Promis der DDR:
Dreilich,
Ermisch,
IC Falkenberg,
Frohberg,
Gilde,
Götting,
Günther,
Honecker,
Horn,
Krause,
Schalen-Müller,
Paulick,
Schober,
Sindermann,
Sitte,
Weineck
Nazi-Prominenz:
Noske
Heydrich
Schumann
Nazi-Gegner:
von Schlabrendorff

Hans-Dietrich Genscher (Politiker)

Peter Sodann (Schauspieler)

Chu-Tan Cuong (Kung-Fu-Großmeister)

Waldemar Cierpinski (Sportler)

Gerald Götting (Politiker)
Treffen mit Walter Ulbricht

Georg Friedrich Händel (Komponist)
Denkmal auf Halles Marktplatz

August Hermann Francke (Theologe, Pietist)

Drehorgel-Rolf (Weltenbummler)
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