45 Jahre Halle Saale und Bezirk Halle in SBZ und DDR
(1.7.1945 | 7.10.1949 - 2.10.1990)
letzte Aktualisierung: 14.01.2012
Bezirk Halle in der DDR
Stand 1979:
Rolle des Chemiebezirks in der DDR
Chemische Industrie, 38,7 Prozent, 1. Platz
Metallurgie, 24,2 Prozent, 1. Platz
Baumaterialien, 20,6 Prozent, 1. Platz
Lebensmittelindustrie, 10,8 Prozent, 1. Platz
Produktion des Bezirks an einem Tag
135 Tonnen Caprolactam
2700 Tonnen Vergaserkraftstoff
2300 Tonnen Stickstoffdüngemittel
3900 Tonnen Karbid
143.000 Tonnen Rohbraunkohle
10.000 Kali- und Steinsalzerzeugnisse
7200 Meter schmelzgeschweißte Rohre für Rohrleitungen
1580 Tonnen Milch
1,14 Millionen Eier
In 34 Länder exportiert der Bezirk Halle seine Erzeugnisse.
internationale Beziehungen zur Wojewodschaft Katowice (Polen), Bezirk Bratislava (CSSR), Komitat Veszprem (Ungarn), Bezirk Jambol (Bulgarien), Departement du Nord/Lille (Frankreich), Kanton Basel (Schweiz)
Sportler des Bezirkes Halle errangen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften bis Ende 1978: 29 Gold-, 30 Silber- und 35 Bronzemedaillen
1978 gab der Bezirk Halle 36,5 Millionen Mark für Sport und Naherholung aus.
Auf dem Pressefest der "Freiheit" (SED-Bezirksorgan), dem Volksfest der Werktätigen des Bezirkes, werden alljährlich rund 200.000 Besucher gezählt.
Von 1971 bis 1978 wurden 13.815 Wohnungen neu gebaut bzw. modernisiert.
Die Zahl der Krippenplätze in der Bezirkshauptstadt Halle (Saale) wurde von 271 im Jahre 1949 auf 3423 im Jahre 1978 erhöht. 1978 wurden in Halle 3840 Babys geboren. Zur Martin-Luther-Universität gehören heute 17.000 Studenten, Wissenschaftler, Arbeiter und Angestellte.
namhafte Betriebe im sozialistischen Halle
VEB Süßwarenfabriken "Halloren" Halle (Saale)
VEB Glasbearbeitungs- und Spiegelwerk Halle (Saale)
VEB Hallesche Kleiderwerke (HA KA WE)
VEB Maschinenfabrik Halle (Saale)
Kathi Nährmittelfabrik Kurt Thiele
VEB Verlag Wilhelm Knapp
VEB Fotokino Verlag Halle
VEB Patina Seifen- und Parfümeriefabrik Halle (Saale)
VEB Waggonbau Ammendorf
Postreiter Verlag Halle
VEB Zuckerraffinerie "Vorwärts" Halle (Saale)
VEB Landmaschinenbau Halle (Saale)
DEWAG Werbung Halle
Josef Stalin in Halle Saale
Die Merseburger Straße in Halle wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Stalinallee umbenannt. Nach Stalins Tod 1953
und der folgenden Entstalinisierung seit 1956 wurde die Straße 1961 zur Leninallee.
Zur Landesdelegierten-Konferenz der SED in Halle Anfang Dezember 1949 im "Haus der Werktätigen" wurde
Stalin fleißig gehuldigt. In einer Bilderschau wurde der Diktator aus Moskau als "Freund und Lehrer"
bezeichnet. Auch war der Spruch zu lesen "J.W. Stalin - Unser Vorbild im Kampf um die Partei neuen Typus".
Chronik Halles in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und in der DDR
1945
1. Juli: Die Russen kommen nach Halle, die Amerikaner sind abgezogen. Auf Halles Marktplatz
erscheint Wladimir Samoilowitsch Gall im Jeep.
Der SMA-Chef der Provinz Sachsen und Sachsen-Anhalt, General Alexander Georgijewitsch Kotikow, ordnet die Bildung einer antifaschistischen Polizei an.
16. Juli: Erhard Hübener wird von der Sowjetischen Militäradministration (SMA) mit der Bildung einer Provinzialverwaltung beauftragt,
die er als Präsident leiten soll. Die Provinzialverwaltung sitzt fortan im ehemaligen Landwirtschaftskammer in der Kaiserstraße
im Paulusviertel unter.
Oktober: Das "Amt zur Sicherung der Wirtschaft" wird eingerichtet.
30./31. Oktober: Die SMAD ordnet den Einzug des Eigentums des NS-Staates, der NSDAP-Mitglieder und NS-Kriegsverbrecher an.
9. Dezember: Als erste hallesche Museum nach dem Krieg öffnet das Geiseltalmuseum wieder seine Türen.
1946
Im Schützenhaus in Halle (heute K&K) tritt der erste Landtag der Provinz Sachsen zusammen.
Halle ist für sechs Jahre Sitz der Landesregierung und Hauptstadt der Provinz Sachsen.
1. Februar: Wiedereröffnungsfeier der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
29. März: Die SMA übergibt den größten Teil der beschlagnahmten Betriebe an die Provinzialverwaltung.
Am 16. April, zum Geburtstag des 1944 im KZ Buchenwald ermordeten kommunistischen Arbeiterführers
Ernst Thälmann, erscheint die erste Ausgabe der Zeitung "Freiheit" (Organ der Sozialistische
Einheitspartei Deutschlands - SED).
Am 21. April, dem Tag der Vereinigung von KPD und SPD zur SED, werden die halleschen SPD-Zeitungen
"Volkszeitung" und "Volksstimme" eingestellt.
Oktober: Die erste Landtagswahl findet statt.
Etwa die Häfte der Betriebe ist enteignet und wird als volkseigen in der öffentlichen Körperschaft
"Industriewerke der Provinz Sachsen" zusammengefasst.
3. Dezember: Eine Provinzialregierung der "Provinz Sachsen-Anhalt" wird installiert.
1947
14. Juni: Die Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) als Organ der SMAD wird gegründet, woraus sich gravierende Kompentenzverlagerungen ergeben.
Juli: Der gebürtige Essener und ehemalige Fabrikant Gustav Koepper gründet den Postreiter Verlag Halle.
1. Juli: Die Bezirksregierungen werden aufgelöst. Halle Saale, bisher Teil der Provinz Sachsen, gehört nun zum neu gebildeten Land Sachsen-Anhalt.
1948
Der Geologe und Paläontologe Prof. Dr. Johannes Weigelt (Jahrgang 1890), der 1934 das Geiseltalmuseum in der Neuen Residenz gegründet hatte, stirbt.
Chronik Halles in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)
1949
Im VEB Hallesche Kleiderwerke wird die erste Qualitätsbrigade gebildet. Mitinitiatorin ist die Aktivistin
Luise Ermisch, die spätere Betriebsleiterin (1951 bis 1971).
In Halle wird die DEWAG Werbung Halle gegründet. Hauptsitz des Betriebs war in Berlin. Die DEWAG war zuständig für
Werbeberatung, Regie, Gestaltung und Herstellung von Werbemitteln für Wirtschaft, Politik (Agitation und Propaganda) und Kultur.
Im August richtet Halle eine Festspielwoche zum Goethe-Jahr (Goethe wurde 1749 geboren) in der SBZ aus.
8. Oktober: Bernhard Koenen spricht auf dem Hallmarkt vor 40.000 Menschen aus Anlass der Gründung der DDR (7. Oktober 1949).
11. Oktober: Die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät (ABF) wird gegründet. Die DDR möchte aus dem Kreis der Werktätigen
gezielt Akademiker heranziehen.
14. November: Die Vertreter der Sowjetischen Militär Administration (SMAD) übergeben die Führung der Stadt
in die Hände des Rates der Stadt.
1950
Am 26. März kommt es zum ersten Spatenstich für die Motorrennstrecke Halle-Saale-Schleife.
Das erste Rennen auf der Halle-Saale-Schleife startet am 25. Juni 1950. Von da an gab es bis 1967 einschließlich 1967 regelmäß Motorsportveranstaltungen.
Ammendorf, Bruckdorf, Büschdorf, Dölau, Diemitz, Kanena, Lettin, Mötzlich,
Nietleben, Reideburg, Seeben, Wörmlitz-Böllberg, Tornau und Passendorf
werden im Sommer nach Halle eingemeindet. Die Einwohnerzahl der Stadt steigt auf 289.119.
Halles letztes Adressbuch erscheint.
23. Oktober: Die Poliklinik am Reileck - kurz Poli Reil - öffnet.
1951
Die Volkspolizei Halle wird Handballmeister der DDR.
31. März: Halles im Zweiten Weltkrieg stark beschädigtes Stadttheater ist wiederhergestellt und wird eröffnet.
13. Mai: Die Internationale Friedensfahrt führt erstmals auch durch Halle.
Juni: Volksbefragung gegen Remilitarisierung und für einen Friedensvertrag auch in Halle.
5. August: An der Paracelsusstraße wird die Albert-Richter-Kampfbahn (Radrennbahn) eröffnet. Sie ersetzt die 1938 abgerissene Holzbahn am Böllberger Weg.
Kurt und Kaethe Thiele gründen den späteren Backmittelhersteller "Kathi".
1952
Halle wird Hauptstadt des neu gebildeten DDR-Bezirks Halle. (insgesamt gibt es 15 Bezirke | der Bezirk Halle entspricht in etwa dem heutigen Süden Sachsen-Anhalts)
Der SC Chemie Halle (heute HFC) wird DDR-Fußballmeister. An der Universitätsklinik wird die erste Lunge operiert.
Halle veranstaltet erstmals Händel-Festspiele.
17. August: In Halle findet die Abschlußkundgebung des Wiedersehenstreffens der jungen Friedenskämpfer statt,
die während der III. Weltfestspiele in Berlin am 15. August 1951 in Westberlin demonstrierten. Unter den Vertretern
der Partei- und Staatsführung ist auch Erich Honecker.
Am 1925 in Betrieb genommenen Flugplatz Halle-Nietleben (heute etwa Teile von Heide-Süd und nordöstliche Neustadt) nimmt die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) den Motor- und Segelsportbetrieb auf.
1. September: In der Franzigmark im Norden von Halle wird die Station der Jungen Naturforscher und Techniker eröffnet.
1953
Mitte Juni: Unruhen in der DDR. In Halle gehen sie von Arbeitern des Waggonbau Ammendorf aus. Häftlinge werden aus dem "Roten Ochse" befreit.
Tausende Menschen versammeln sich auf dem Marktplatz, trotzdem das Kriegsrecht verhängt ist. Es rollen Panzer. Ausgangssperre wird verhängt.
Offiziell ist von einem "faschistischen Putschversuch" die Rede, zumal im Zuge der Unruhen SED-Fahnen und -Zeitungen brennen.
1954
In der Großen Märkerstraße 10 wird ein Stadtmuseum eröffnet (ehemals Schwetschke).
31. Juli: Nach vier Jahren Bauzeit wird das Nordbad mit Zehnmeterturm eröffnet.
10. Oktober: Auf dem Halle-Saale-Ring wird das erste Grasbahnrennen gestartet.
1955
Auf der Peißnitz-Insel wird ein 72 Meter hoher Fallschirmsprungturm errichtet, der bis 1967 steht.
Eine sowjetische Regierungsdelegation angeführt von Staatschef Nikita Chruschtschow besucht den Bezirk Halle einschließlich der Bezirksstadt.
1956
In Halle wird der Fotokino-Verlag gegründet.
Mai: Woche der deutsch-polnischen Freundschaft im Bezirk Halle
5. Juni: In Halle wird der erste Selbstbedienungsladen der DDR eröffnet.
1957
Vom 19. bis 22. April ist Halle Gastgeber der Deutschen Volksmusiktage.
Im August findet ein Großflugtag statt am Sportflughafen Halle-Nietleben.
1958
Die "Hochschule für industrielle Formgestaltung" (Kunsthochschule) wird auf der Burg Giebichenstein gegründet.
Am 30. März besucht das SED-Politbüro-Mitglied Erich Honecker, bis 1955 Vorsitzender der Freien Deutschen Jugend (FDJ), die erste Jugendweihe des Jahres im Landestheater Halle (Opernhaus).
Das Einzelzeitfahren der 11. Friedensfahrt führt auch durch Halle.
Im August findet das III. Pioniertreffen "Für Frieden und Sozialismus" in Halle statt.
Das Denkmal des "Kleinen Trompeters" (Fritz Weineck) wird aufgestellt.
1959
Wieder führt die Internationale Friedensfahrt durch Halle.
Händel-Festspielwoche in Halle aus Anlass des 200. Todestages des Komponisten.
12. bis 21. Juni 1959: Die 1. Arbeiterfestspiele der DDR finden in Halle statt. Sie werden fortan jährlich, ab 1972 aller zwei Jahre,
veranstaltet.
1960
Auf der Peißnitzinsel wird die "Pioniereisenbahn" in Betrieb genommen.
Halle ist Etappenort der 13. Internationalen Friedensfahrt Prag-Warschau-Berlin.
1961
Im Januar nimmt die Poliklinik Mitte (Kleine Klausstr.) als dritte Poliklinik der Stadt Halle den Betrieb auf. Zudem beschließt die Stadtverordnetenversammlung ein "Programm zur Versorgung der Bevölkerung der Stadt Halle mit den Dingen des täglichen Bedarfs, der Produktion hochwertiger Konsdumgüter, der Dienstleistungen und Reparaturen".
Im Februar findet eine Konferenz zur Anwendung sowjetischer Neuerermethoden in Arbeitskollektiven
und zur Tätigkeit der 21 neugebildeten "Zirkel zum Studium der Presse der Sowjetunion" statt. Die Straßenbahn nimmt den Verkehr bis zur neuen Endschleife Büschdorf auf.
Im Mai wird der neu gestaltete Heinrich-Heine-Park übergeben.
Im Juni gehen die ersten, vom Pumpenwerk Halle nach sowjetischen Vorbild gebauten Pumpen, auf große Reise zur internationalen Erdölleitung in der UdSSR. Der neue Omnibus-Bahnhof am Ernst-Kamieth-Platz wird fertiggestellt.
24. Juni bis 2. Juli: Halle feiert 1000 Jahre mit einem großen Festumzug (sechs Kilometer lang, 1500 Mitwirkende, 103 Bilder), obwohl längst bekannt ist, dass die Gründung Halles bereits für das Jahr 806 urkundlich belegt ist. 2006 werden sich die Stadtväter darauf besinnen und 1200 Jahre feiern.
Bei der 14. Friedensfahrt ist Halle wieder Etappenort.
Im August bekommt Halle an der Paracelsusstraße eine neue Radrennbahn. Auf dem Markt wird das 1. FDJ-Regiment des Bezirkes verabschiedet: 700 Jugendliche sind dem Aufruf gefolgt, die seit dem 13. August verriegelte Staatsgrenze der DDR zu schützen.
Am 4. September ist der sowjetische Kosmonaut German Titow in Halle. Am 27. September wird Hans Pflüger zum Oberbürgermeister gewählt.
Am 26. Oktober werden Maßnahmen zur Vorbereitung der komplexen Wohnungsbauvorhaben Halle-Nord (Trotha) und Halle-West (Halle-Neustadt) beschlossen.
1962
Am 28. Februar erleben die Hallenser auf dem Marktplatz den ersten großen Zapfenstreich der Nationalen Volksarmee (NVA).
Am 3. April ist die erste erfolgreiche Operation mit der von den halleschen Professoren Schober, Zuckermann und Struß entwickelten Herz-Lungen-Maschine. Die SED-Stadtparteiorganisation kommentiert das Ereignis als einen bedeutsamen Schritt "im Ringen um die Störfreimachung vom Kapitalismus auf medizinischem Gebiet."
8. Mai: Ein Formel K-Rennen führt "Rund um das Klubhaus der Werktätigen".
10. Juni: Der SC Chemie Halle gewinnt den FDGB-Pokal Im Karl-Marx-Städter Ernst-Thälmann-Stadion.
21. September: Die Schulsternwarte im Ortsteil Halle-Kanena nimmt die pädagogische Tätigkeit auf.
17. Oktober: Der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht weilt mit polnischen Parteifreunden in Halle.
1963
Im Mitteldeutschen Verlag erscheint Christa Wolfs (1929-2011) Roman "Der geteilte Himmel".
15. Februar: Horst Sindermann wird zum 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung gewählt. Er löst Bernard Koenen ab.
1. März: Der Flughafen Leipzig-Halle wird Messeflugplatz der Messestadt Leipzig. Bis dahin hatte
der Flugplatz Leipzig-Mockau diese Aufgabe.
21. April: 50.000 Zuschauer erleben Motorrad- und Autorennen auf der 18. Internationalen Halle-Saale-Schleife.
17. September: Das Politbüro der SED beschließt den Aufbau der Chemiearbeiterstadt Halle-West, später Halle-Neustadt.
Oktober: Die Kosmonauten Juri Gagarin und Valentina "Walja" Tereschkowa, der erste Mann und die erste Frau der Welt im All, sind zu Besuch
der DDR. Auf ihrer Reise durch die Republik kommen sie auch durch das nahe an der Stadt Halle im Bezirk Halle gelegene Landsberg.
28. November: Die Volksvertreter Halles stimmen der Schaffung einer neuen Stadt im Westen Halles zu. Gleichzeitig legen sie Maßnahmen zur Sanierung der Altbausubstanz fest.
12. Dezember: Das im Klubhaus der Gewerkschaften gebildete Kabarett "Die Taktlosen" tritt erstmals auf mit dem Programm "Die kleine Nachtkritik". Am 25. Dezember öffnet das neue Tanzkabarett "Tusculum".
1964
26. Januar: Das Studio Halle des Deutschen Fernsehfunks (DFF) nimmt im ehemaligen Ringtheater am Waisenhausring seinen Sende- und Produktionsbetrieb auf.
2. März: Die ehemalige Gaststätte "Zum Faß" wird gesprengt. Es ist der Auftakt zur Schaffung von Baufreiheit für die Neugestaltung des wichtigsten Verkehrsknotens der Stadt (Thälmannplatz).
16. März: Die Ausschachtungsarbeiten für das künftige Interhotel "Stadt Halle" beginnen.
12. April: Auf der sich in Ausbau befindlichen F80 (heute B80) wird die so genannte Sechs-Bogen-Brücke gesprengt. Am gleichen Tag erlebt Halle die DDR-Premiere des Brecht-Stücks "Die Rundköpfe und die Spitzköpfe", eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus.
16. April: Zwei Hallenser, die noch nie ein Motorflugzeug gesteuert haben,
kapern eine Maschine der GST und flüchten damit erfolgreich in den Westen.
1. Juni: Redaktion und Druckerei des SED-Bezirksorgans "Freiheit" ziehen ihren Neubau in der Straße der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft (Str. d. DSF, heute Delitzscher Str.).
3. Juli: Jungfernfahrt des Fahrgastschiffes "Kosmos" auf der Saale.
15. Juli: Der 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Halle, Horst Sindermann, legt den
Grundstein für das Neubaugebiet Halle-West, das spätere Halle-Neustadt. Der Ministerrat der DDR hat für die Chemiearbeiterstadt 1,3 Milliarden Mark zur Verfügung gestellt.
1. September: In der Großen Ulrichstraße 12 öffnet ein Geschäft "RFT Radio - Television".
30. September: Der DEFA-Film "Das Lied vom kleinen Trompter" nach einem Roman von Otto Gotsche wird in Halle uraufgeführt.
28. September: Eine neue HO-Exquisit-Verkaufsstelle für Damenbekleidung "Eleganz" öffnet.
14. November: Das neu gestaltete Puschkinhaus, ein Zentrum zur Pflege der deutsch-sowjetischen Freundschaft, wird übergeben.
22. November: Auf dem Markt wird kurzfristig ein Experimentalbau der HP-Schalen-Bauweise errichtet, die im VEB Hochbauprojektierung
von Ingenieur Herbert Müller entwickelt, eine etwa 50prozentige Materialeinsparung mit sich bringt. Wegen seiner Form heißt das auf
der Westseite des Marktes errichtete Objekt im Volksmund bald "Schmetterling".
16. Dezember: Halles Stadtverordneten beschließen neue Verkehrslösungen am Riebeckplatz, den Bau der Hochstraße und neue Trassen für den innerstädtischen Nord-Südverkehr und nach dem entstehenden Halle-Neustadt.
31. Dezember: Die hallesche Saline stellt die unrentabel gewordene Salzgewinnung ein. Erste Gedanken an ein Museum werden laut.
1965
8. Januar: Über dem Interhotel "Stadt Halle" am Thälmannplatz schwebt die Richtkrone.
3./4. März: In Halle schneit es 36 Stunden lang ohne Pause.
14. März: Der weltbekannte sowjetische Geiger Igor Oistrach gastiert im Klubhaus der Gewerkschaften.
21. April: Eine Tagung der Stadtverordnetenversammlung befasst sich mit dem wachsenden Baugeschehen in Halle-Neustadt, wo bereits 8000 Bauarbeiter im Einsatz sind.
1. Mai: Der 72 Meter hohe Fernsehturm auf dem Petersberg bei Halle wird eingeweiht.
21. Mai: Auf der Nordseite des Thälmannplatzes wird der Grundstein gelegt für die Hochstraße in Nord-Süd-Richtung.
25. Mai: In der Klement-Gottwald-Straße (heute Leipziger Str.) gegenüber der Ulrichskirche wird ein neugeschaffener Wochenmarkt eröffnet, auf dem es täglich Gemüse, Obst und Blumen gibt.
1. Juni: Der Herzschrittmacher in Halle wird implantiert.
11. Juni: Der jugoslawische Staatspräsident Josip Broz Tito und der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht nehmen an einer Großkundgebung am Hallmarkt teil.
15. Juni: In der Rathausstraße wird eine kommunale Tauschzentrale für Wohnungen eingerichtet.
26. Juli: Während eines Stadthausgesprächs werden beschlossene Maßnahmen zur Rekonstruktion der Altstadt erläutert, insbesondere was die Umgestaltung des Bereichs Schülershof, die Renovierung der Gebäude am Hallmarkt und den Abschluss der Werterhaltungsmaßnahmen am Hansering betrifft.
29. Juli: Am Thämannplatz nimmt die Umgestaltung Halles zu einer sozialistischen Großstadt immer deutlichere Züge an.
9. August: Die ersten acht Familien, Mitglieder der AWG Buna, ziehen in Halle-Neustadt ein. Wenige Tage zuvor hat die Produktion im neuen Plattenwerk begonnen.
31. August: Der Vorsitzende des Rates des Bezirkes, Otto Leopold, übergibt die 1. POS Halle-Neustadt ihrer Bestimmung (POS = Polytechnische Oberschule).
4. Oktober: Das Warenhaus "Konsument" in der Gr. Ulrichstr. ist die erste Einrichtung dieser Art im Bezirk Halle.
5. Oktober: Auf seiner Reise durch die DDR gastiert der sowjetische Kosmonaut Alexei Leonow, der erste Mensch, der frei im Weltraum schwebte, auch in Halle.
14. Oktober: Am Weinberg wird der Grundstein gelegt für den Bau von drei Internatshochhäusern und dazugehörigen Versorgungseinrichtungen.
November: 77 Prozent der Frauen in Halle sind berufstätig.
23. Dezember: Nach 17 Monaten Bauzeit wird am Interhotel "Stadt Halle" der symbolische Schlüssel übergeben.
1966
25 Lehrlingen des Bau- und Montagekombinats (BMK) Chemie Halle gründen ein Zimmermannsorchester. Zur Uraufführung des Films
"Spur der Steine" mit Manfred Krug als Brigadier Hannes Balla in der Hauptrolle im Kino "Goethe-Lichtspiele" (unterer Boulevard | ehemals Ritterhaus-Lichtspiele) spielten die
Jungs auf. Nach dem Verbot des Films hatte das Orchester schon bald seinen Spitzname weg: "Die Ballas".
1967
Am 24. April fährt die erste S-Bahn auf der Neubaustrecke zwischen Halle Hauptbahnhof und der Chemiearbeiterstadt Halle-West (später Halle-Neustadt).
Die 20. Friedensfahrt führt die Radrennfahrer auch nach Halle.
Am 13. Mai explodiert in der Marktkirche zu Halle ein Fernheizungsrohr. Der Wasserdampf verursacht so schwere Schäden, dass die Kirche erst Ostern 1971 wieder für Gottesdienste wird genutzt werden können.
Die Chemiearbeiterstadt Halle-West wird in Halle-Neustadt umbenannt.
1968
Die Eissporthalle zwischen Halle-Saale-Schleife und Gimritzer Damm wird übergeben.
Das GST-Ausbildungszentrum auf dem Sportflugplatz Halle-Nietleben verlagert 1968 seine Arbeit nach Halle-Oppin. Der Flugplatz wird geschlossen.
1968 ist Halle Friedensfahrtetappenort. Die Hallenser erleben die erste Spurtankunft im Kurt-Wabbel-Stadion.
Eine in Folge der Schäden einer Notlandung bei Leipzig-Mockau bei der DDR-Fluggesellschaft INTERFLUG ausgemusterte
IL-14 wird an der alten Rennstrecke Halle-Saale-Schleife aufgestellt und als Café genutzt. Heute befindet sich das
Flugzeug im Hugo-Junkers-Museum in Dessau.
Juli: Die DDR-Meisterschaften im Frauenturnen finden in Halle statt.
14. bis 16. Juni 1968: Die 10. Arbeiterfestspiele finden in Halle und Eisleben statt.
1969
27. September: Die erste S-Bahn fährt in die neu erbaute Station Wohnstadt-Nord ein.
1967-1971
Der Umbau des Thälmannplatzes (heute Riebeckplatz) und der Bau der Hochstraße
(Magistrale) nach Halle-West (Halle-Neustadt) beginnen.
Das Fahnen-Monument am Hansering wird feierlich übergeben.
Das Monument, das eigentlich als "Flamme der Revolution" konzipiert ist,
wird aus Anlass des 50. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution enthüllt.
Das ursprüngliche Vorhaben, die Flamme aus Kupfer zu fertigen, ist an Materialmangel gescheitert.
Halle-Neustadt wird eine von Halle (Saale) unabhängige kreisfreie Stadt.
1970
Mai: Die Internationale Friedensfahrt führt durch Halle.
August: Erster Chemiepokal im Boxen in Halle. Austragungsort ist die neu errichtete Eissporthalle am Gimritzer Damm.
Der Hallesche FC Chemie (HFC, "Chemie Halle") belegt Platz 3 in der DDR-Fußball-Oberliga.
1971
6. Oktober: Der Grundstein wird gelegt für das Klinikum Kröllwitz.
17. Oktober: Peter Sindermann, Defa-Star, Frauenliebling des Landestheaters Halle und Stiefsohn des SED-Politbüromitglieds Horst Sindermann
stürzt bei einem Übungsflug über Halle-Neustadt ab und verunglückt dabei tödlich.
1972
Juni: Kubas Staatschef Fidel Castro besucht die DDR. Er weilt auch im Bezirk Halle, besucht die Leuna-Werke "Walter
Ulbricht" und die Bezirksstadt Halle (Saale) sowie die sozialistische Musterstadt Halle-Neustadt. Dokumentiert wird der
Besuch durch die DDR-Filmschmiede DEFA ("Der Augenzeuge" | 1972/26).
1973
Halle Saale ist Etappenort der Internationalen Friedensfahrt.
1974
In der Klement-Gottwald-Straße (heute Leipziger Straße) werden Straße und Straßenbahnschienen entfernt. Es entsteht eine Fußgängerzone (Boulevard). Bauleute aus 15 Kreisen des Bezirkes Halle wirken an der 1,2 Kilometer langen Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Marktplatz mit.
Bernd Bransch (HFC) führt als Kapitän die DDR-Fußballnationalelf bei der WM zum legendär 1:0-Sieg
gegen die Mannschaft der BRD. Das Tor schießt der Magdeburger Jürgen Sparwasser (1. FC Magdeburg).
Oktober: Übergabe der Kaufhalle "Magistrale".
1975
Der Rote Turm bekommt einen neuen Helm. Beim Hochholen des tonnenschweren Kolosses bricht der aufgestellte IMO-Kran teilweise in die
unterirdische Toilettenanlage ein. Im April 1945 war der fast 500 Jahre alte Rote Turm nach Atilleriebeschuss durch die Amerikaner abgebrannt.
14. bis 19. Mai: Festival der Freundschaft zwischen der Jugend der UdSSR und der DDR.
1976
Mai: Eröffnung des ersten Kaufhauses im Stadtzentrum.
Der evangelische Kirchentag findet in Halle statt und steht unter dem
Motto "Gottes Wege führen weiter".
1977
Das beliebte Solbad Wittekind wird geschlossen.
Die Martin-Luther-Universität veranstaltet eine wissenschaftliche Konferenz aus Anlaß des 60. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution.
17. Oktober: Grundsteinlegung für das "Haus der Dienste" in Halle-Neustadt.
1978
Der West-Schlagerstar Roy Black gastiert in Halle. Das DDR-Fernsehen ist dabei und dreht den Besuch an Thälmannplatz (heute Riebeckplatz) und oberer Klement-Gottwald-Straße (heute Leipziger Straße).
Halle ist Etappenort der Friedensfahrt.
1979
Vom 15. bis 18. Januar reist Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All, durch den Bezirk Halle. Station sind auch die damals unabhängigen Städte Halle und Halle-Neustadt.
Im Süden der Stadt Halle beginnt der Bau des Neubauwohngebiets Silberhöhe.
Oktober: Grundsteinlegung für das Kino "Prisma" in Halle-Neustadt.
29. Oktober: Übergabe des Feierabend und Pflegeheimes "Käthe Kollwitz".
1980
Zwei Etappen der Internationalen Friedensfahrt enden in Halle.
Mai: Erstmals heißt es in Halle "Fröhlich sein und singen". Das Internationale Kinderchorfestival ist geboren.
19. September: Der Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, besucht Halle. Mit dabei ist der Präsident der Volksrepublik Mosambique Samora Moises Machel.
November: Die erste Friedensdekade der Evangelischen Kirchen findet statt. Das Motto lautet "Schwerter zu Pflugscharen".
1981
Halle bekommt einen neuen Busbahnhof und an der Grenze zwischen Halle und Halle-Neustadt ein modernes CENTRUM-Warenhaus.
Februar: Die Schülerakademie Halle-Neustadt wird gebildet.
10. April: Heinz Wirkner übernimmt den Schlüssel für das neue CENTRUM-Warenhaus zwischen Halle und Halle-Neustadt.
1982
Baubeginn für das Wohngebiet Heide-Nord.
Beim XII. Chemiepokal im Boxen in Halles Eissporthalle siegt Henry Maske.
1983
Halle erlebt einen Etappenspurt und das Einzelzeitfahren der Internationalen Friedensfahrt. Etappensieger wird Uwe Raab.
Sieger des Einzelzeitfahrens wir Olaf Ludwig.
In den Kirchen bilden sich politisch tätige so genannte Arbeitskreise: Frauen für den Frieden, Ärzte gegen den Atomkrieg,
Ökologischer Arbeitskreis.
1984
Halle-Neustadt erhält ein eigenes Wappen.
Mai: Die Händel-Statue steht wieder auf dem Marktplatz. In Vorbereitung auf die "Bach-Händel-Schütz-Ehrung der DDR 1985"
wurde die Bronzefigur von Studenten der Burg Giebichenstein restauriert.
1985
Februar: Das Händel-Haus Halle wird aus Anlass des 300. Händel-Geburtstages nach Rekonstruktionsarbeiten übergeben.
1986
18. März: Auf dem Flughafen Leipzig-Halle landet erstmals das Überschall-Passagierflugzeug Concorde aus Frankreich.
21. März: Margit Göbel wird im Klinikum Kröllwitz geboren. Sie ist das erste Kind in Halle,
das durch künstliche Befruchtung entstanden ist.
In Halle gibt es eine 1025-Jahr-Feier.
Die Friedensfahrt ist erneut mit Etappenspurt und Einzelzeitfahren in Halle. Den Etappensieg holt Olaf Ludwig.
1987
Der Liedermacher Stephan Krawczyk, der 1988 wegen Staatsfeindlichkeit in die BRD ausgewiesen werden wird, tritt in der Marktkirche zu Halle auf.
1988
Eine Friedensfahrtetappe führt von Leipzig nach Halle.
Ausreisewillige und "Bürgerrechtler" veranstalten an jedem ersten Freitag des Monats "Nachtgebete".
1989
Aus dem Friedensfahrt-Massenspurt vor dem Klubhaus der Gewerkschaften geht Olaf Ludwig (DDR) als Sieger hervor, nachdem Abduschaparow (UdSSR) disqualifiziert wurde.
Im Oktober gehen auch in Halle immer mehr Menschen auf die Straße. Die politische Wende, die in das Ende
der DDR mündet, beginnt.
Stasi in Halle
das Schicksal von Manfred Kriegel
IM Kerstin Kaiser
Chronik Halle-Neustadt
1958
Das Zentralkommittee der SED berät das Chemieprogramm der DDR.
17. September 1963
Das Politbüro der SED beschließt den Bau der Chemiearbeiterstadt.
1. Februar 1964
Das Plattenwerk zur Fertigung von Betonfertigteilen wird eröffnet.
7. April 1964
Die Planungen werden an die Entwurfsgruppe "Städtebau" unter der Leitung von Chefarchitekt Prof. Dr. Richard Paulick übergeben.
15. Juli 1964
Der 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Halle, Horst Sindermann, legt an der 1. POS den Grundstein für den neuen Wohnbezirk Halle-West.
9. August 1965
Die ersten Mieter ziehen im Block 612 (heute Akener Bogen) ein.
1. September 1966
Eröffnung des ersten Postamtes im Wohnkomplex I.
24. April 1967
Der Bahnverkehr von Halle-West nach Buna und Leuna wird aufgenommen.
12. Mai 1967
Der Stadtteil Halle-West wird in Halle-Neustadt umbenannt.
2. Juli 1967
Die Bürger von Halle-Neustadt wählen ihr erstes Stadtparlament. Erster Bürgermeister wird Walter Silberborth.
14. Juli 1967
Halle-Neustadt erhält das Stadtrecht.
1968
Grundsteinlegung für die Schwimmhalle Halle-Neustadt.
Juni: Eröffnung der 10. Arbeiterfestspieler der DDR in Halle-Neustadt.
1969
Aufnahme des S-Bahn-Verkehrs zwischen Halle-Dölau und Halle-Hauptbahnhof.
1970
April: Grundsteinlegung für die Großbäckerei.
Mai: Das zentrale Lehrlingswohnheim wird übergeben.
1970
Liane Lang wird Oberbürgermeisterin von Halle-Neustadt. Zuvor leitete sie das Neubaugebiet Bitterfeld-Nord.
1971
Kinderkrankenhaus und Bildungszentrum werden eröffnet.
1972
Die "Station junger Techniker und Naturforscher" wird eröffnet.
1974
Das Passendorfer Schlösschen wird zum Klubhaus "Johannes R. Becher".
1979
Grundsteinlegung für das Kino "Prisma".
1981
Kreuzworträtselmord: Am 15. Januar wird in Halle-Neustadt der siebenjährige Lars nach einem Kino-Besuch entführt.
Zwei Wochen später wird die zerstückelte Leiche des Kindes an der Bahnstrecke Halle-Leipzig gefunden.
Der Koffer ist mit einer Zeitung ausgestopft, in der ein Kreuzworträtsel ausgefüllt ist - die einzige
Spur zu diesem Zeitpunkt. Eine gigantische Polizeiaktion läft an. Die Ermittel werten 551.198 Schriftproben aus.
Schließlich wird der Täter dingfest gemacht. Am 21. November 1981 meldet das SED-Bezirksorgan "Freiheit"
den erfolgreichen Abschluss der Ermittlungen. Der Fall geht als Kreuzworträtselmord in die Geschichte ein.
Das "Haus der Dienste" wird eröffnet. 138 hauswirtschaftliche Dienstleistungsarten werden angeboten.
1982
Eine Delegation der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins (SEW) unter Leitung von Genosse Horst Schmitt besucht vom 25. bis 29. Oktober den Bezirk Halle. Dabei weilen sie auch in Halle-Neustadt.
1983
Die Montage des Wohngebiets am Südpark beginnt.
Das Kino "Prisma" wird eröffnet.
1984
Juli: Halle-Neustadt erhält ein eigenes Wappen.
Oktober: Eröffnung des "Hauses der Jungen Pioniere".
1989
In Halle-Neustadt wird ein Rathaus gebaut, bis zur Deutschen Einheit aber nicht mehr fertiggestellt.
Mai 1990
Halle-Neustadt wird nach Halle eingemeindet.
April 1998
Erster Spatenstich für den Straßenbahnbau auf dem Grünstreifen der "Magistrale".
Februar 1999
Der Abriss des Kinos "Prisma" beginnt.
2000
Das Neustadt Centrum wird dort gebaut, wo bisher das Kino stand.
17. Juni 2003
Die GWG beginnt mit dem Abriss des ersten Wohngebäudes (Zwölfgeschosser Azaleenstraße 52-55).
Sommer 2004
In Halle-Neustadt werden 40 Jahre Grundsteinlegung gefeiert.
2010
Halle beteiligt sich an der Internationalen Bauausstellung (IBA 2010). In Halle-Neustadt wurde zu diesem Anlass eine neue
Skaterbahn gebaut.
"Der Augenzeuge" - DDR-Nachrichtenmaterial aus Halle an der Saale
Quelle: Progress Film-Verleih
"Der Augenzeuge" schaute oft in der Bezirksstadt/Landeshauptstadt Halle Saale vorbei. Am häufigsten berichtete er von den Rennen
auf der Halle-Saale-Schleife und vom ZIS Halle. Besonders oft drehte das Augenzeuge-Kollektiv 1968 in Halle.
42/1949: VEB Halle/Saale-Werk, 31 Meter sw
26/1950: Wagen- und Motorradrennen auf der Halle-Saale-Schleife, 36 Meter sw
37/1951: Motorrad- und Autorennen auf der Halle-Saale-Schleife, 36 Meter sw
25/1952: Arthur Rosenhammer siegte auf der Halle-Saale-Schleife, 59 Meter sw (Rosenhammer war ein ausgezeichneter Rennfahrer aus Dessau,
der 1960 in die BRD auswanderte. Er war Mitgründer des Motorsportclubs Dessau.)
29/1953: Formel II-Sportwagen auf der Halle-Saale-Schleife
49/1954: Halle: Tiertransport für den Zoologischen Garten aus der Sowjetunion
25/1956: Rennen auf der Halle-Saale-Schleife, 36 Meter sw
58/1957: Rennen der Außenbordboote vor der Burg Giebichenstein, sowjetisches zweisitziges Schulflugzeug Jakowlew Jak-18 über dem Flugplatz Halle-Nietleben, Gruppen- und Einzelfallschirmspringen
71/1957: Der Güterbahnhof in Halle ist der größte in der DDR: DDR-Eisenbahner verpflichten sich, den Jahresplan zu erfüllen, 31 Meter sw
36/1958: 6. Boxvergleichskampf sowjetische Sportvereinigung "Arbeiterreserven" gegen SC Wissenschaft in Halle. Ergebnis 10:10.
7. Eröffnung der Straßensaison für Motorräder und Rennwagen auf der Halle-Saale-Schleife. Neuer Streckenrekord
in der Klasse bis zu 125 ccm: Sieger Horst Fügner. Sieger im Seitenwagengespann bis zu 500 ccm Schneider/Strauss aus Weidenau, 83 Meter sw
96/1958: Die elektrifizierte Strecke Halle-Leipzig wurde vier Wochen eher übergeben. Der erste Zug trat seine Jungfernfahrt in
Richtung Halle an, 17 Meter sw
26/1959: DDR im Aufbau: Im VEB Waggonbau Ammendorf entwickelten Konstrukteure vierteilige S-Bahnzüge, Reportage, 24,5 Meter sw
35/1959: Halle-Saale-Schleife: Vor 80.000 Zuschauern gewann MZ-Fahrer Werner Musiol das internationale Rennen der Solomaschinen bis 250 ccm,
während in der Klasse der Seitenwagen bis 500 ccm die Weltmeister Schneider/Strauß nicht zu schlagen waren
37/1962: Das erste Spiel um den Europapokal der Pokalsieger OFK Beograd gegen den SC Chemie Halle endete mit 2:0, 24 Meter sw
30/1964: ... dass in Halle-West eine neue Stadt entsteht? (Grundsteinlegung Halle-Neustadt mit Horst Sindermann), 26 Meter sw
05/1967: Buddelstedt ist Halle. Seit dem VI. Parteitag der SED wächst hier eine völlig neue Stadt, 65 Meter sw
20/1966: "Die Reise nach Sundevit", ein neuer DEFA-Film, hatte während der Jugendfilmwoche in Halle Premiere, 68 Meter sw
25/1966: Universität Halle verlieh Ehrendoktorwürde an Jewgenij Fjodorowitsch Ludschuweit, 15 Meter sw
(Ludschuweit war sowjetischer Oberleutnant, Kunstwissenschaftler und Ehrenbürger von Potsdam)
44/1966: Interessante Neuheiten aus dem Zentralinstitut für Schweißtechnik (ZIS) in Halle, 53 Meter sw
39/1967: Die Neue, der Augenzeuge begleitet zwei der jüngsten Bürger von Halle-Neustadt, 58 Meter sw
05/1968: Kabarett "Die Taktlosen" aus Halle gingen den Weg von Bitterfeld, als man von manchen noch sagen konnte, dass er ihm bitter fällt, 80 Meter sw
13/1968: hervorragende Leistungen unserer Leichtathleten in der Halle, 40 Meter sw
25/1968: Halle-Neustadt: Bericht vom IX. Arbeiterjugendkongress mit Teilnehmern aus beiden deutschen Staaten und Westberlin
27/1968: Die X. Arbeiterfestspiele fanden in Halle/Saale statt, 44 Meter sw
43/1968: Nationalpreis für Ingenieurkollektiv aus dem ZIS Halle (Zentralinstitut für Schweißtechnik), 51 Meter sw
09/1971: Der Maler Willi Sitte wurde 50 Jahre alt, 43 Meter sw
27/1972: Festival der Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF) in Halle, 42 Meter sw
34/1972: Geschweißt in zwei Sekunden, im ZIS Halle (Zentralinstitut für Schweißtechnik) wurde eine neue automatische
Schweißanlage entwickelt, 33 Meter sw
10/1973: Eine Stadt der Kinder, Was Halle-Neustadt seinen Jüngsten bietet
10/1975: Porträt der Fachärztin für Gynäkologie Dr. Christel Steinbach von der Universität Halle, 101 Meter sw
22/1975: Sonderschau: "Druschba - Freundschaft!", III. Festival der Freundschaft zwischen der Jugend der UdSSR und der DDR
in Halle, 10 Minuten sw
25/1977: Boxhauptstadt Halle, erfolgreiche Bilanz der sozialistischen Sportbewegungen bei der Europameisterschaft im Boxen, 115 Meter sw
36/1977: Besuch bei Bildhauer Bernd Göbel in Halle vor der achten Kunstausstellung in Dresden, 113 Meter sw
31/1978: Der genossenschaftliche Weg, Die Agrar-Ingenieurschule Teutschental bei Halle bildet Bauern aus vielen Ländern
für den genossenschaftlichen Weg in der Landwirtschaft aus, 73 Meter sw
36/1978: Eindrücke von der III. Wehrspartakiade der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) in Halle, 59 Meter sw
07/1979: Die "Sputniks" Väter und Söhne, Besuch bei einem Familienunternehmen von Tempoakrobaten in Halle, 70 Meter sw
18/1979: Modernes Spielzeug: Zu Gast in der Malschule für Formgestaltung Burg Giebichenstein in Halle, 76 Meter sw
"Freundinnen"
Dokumentarfilm, 19 Minuten, Farbe; DDR 1983
Drehbuch und Text: Rainer Ackermann
Kamera: Thomas Plenert
Sprecher: Thomas Knauf
Begegnungen von Frauen aus verschiedenen Generationen in Halle-Neustadt. Mütter und Töchter, die einander Freundinnen geworden sind.
Katrin Mehringer ist 16 Jahre. Die Filmleute treffen Katrin und ihre Mutter und die Mutter von Nasrin, Katrins Klassenkameradin und
Freundin aus Chile, die bei einem Verkehrunfall ums Leben kam, und sprechen über Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern
und den Wert von Freundschaften.
"Gestern und die neue Stadt"
Dokumentarfilm, 26 Minuten, sw, DDR 1968
Drehbuch und Regie: Wolfgang Bartsch
Weite Wege mit dem Bus, der Bahn, dem Moped oder dem Fahrrad müssen über 10.000 Menschen aus 700 Gemeinden jeden Morgen
zurücklegen, um zur chemischen Großindustrie in Halle-Merseburg zu gelangen. Diese werktägliche Völkerwanderung
macht die begeistert gefeierte Größe des städtebaulichen Fortschritts verständlich: Der Bau der Chemiearbeiterstadt
Halle-West, später Halle-Neustadt, und die komplexe Verkehrslösung für Halle-Merseburg sollen die Wohn- und Lebensbedingungen
der Chemiearbeiter entscheidend verbessern. Künstlerische Bildkomposition und von ergreifender Musik unterstützter
Montage erzielen eine emotionale Wirkung.
Gestaltet Umwelt
Dokumentarfilm, 9 Minuten, Farbe, DDR 1976
Regie: Hans Kracht
Bei einer Ausstellung in Suhl präsentiert sich die Hochschule für industrielle Formgestaltung.
Die bedeutendste Ausbildungsstätte für Designer und Kunsthandwerker in der DDR hat ihren Sitz auf der Burg Giebichenstein in Halle.
Positionen - Begegnungen in der VIII. Kunstausstellung der DDR
Dokumentarfilm - DDR, 1978, Farbe, 28 min., FSK: 6
Kurzfilm
Regie Wolfgang Bartsch
Produzent DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Drehbuch Wolfgang Bartsch Kamera Karl Farber Musik Musikbearbeitung: Günther Fischer
Sprecher
Jaecki Schwarz
Synopsis
Dieser Film über die VIII. Kunstausstellung der DDR zeigt die Entwicklungen und Tendenzen im offiziellen Kunstbetrieb der DDR in den späten 70er Jahren. Der Schwerpunkt liegt auf Malerei und Plastik, fünf Werke von Horst Sakulowski, Sighard Gille, Heidrun Hegewald, Arno Rink und Willi Sitte werden detailliert vorgestellt.
Bücher und Broschüren
Bezirksleitung der SED und Bezirk Halle:
Genosse Erich Honecker im Bezirk Halle. -
Halle/Saale DEWAG o.J., ca. 1980. 19 x 20 cm, ca. 50 Seiten
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